Gesundheit : Konrad Zuse: Erfinder aus Bequemlichkeit

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Fast karg wirkt der Raum, der in die Ausstellung „Konrad Zuse - Die ersten Computer der Welt" des Deutschen Technikmuseums in Berlin führt. Das Auge fällt auf einen Tisch, auf dem sich unter Plastikscheiben der Rechner befindet, mit dem das Computerzeitalter begann. Es handelt sich um die Z1, den ersten binären Rechner der Welt.

Genauer gesagt ist es ein noch von Zuse angefertigter Nachbau, denn das Original wurde im Krieg zerstört. 1936, mit 26 Jahren, hatte „der Erfinder schlechthin", so Direktorin Lieselotte Kugler, seinen ersten Computer in Heimarbeit in Wilmersdorf zusammengebaut. Es folgte die Z2, die schon elektromechanische Relais hatte. So ging es weiter, mit der Z3 und der Z4. Mit dem als kriegswichtig eingestuften Modell zog Zuse 1945 kurz nach seiner Heirat aus dem zerbombten Berlin ins Allgäu.

Wie es beruflich und familiär weiterging, zeigen Briefe, Fotos und Filmdokumente. Auch von Zuse gemalte Ölbilder hängen an der Wand. Hochhäuser und Großstadt-Silhouetten malte das Multitalent oft unter dem Pseudonym „Cuno See". So entsteht eine Art „Gesamtkunstwerk", denn auch die Rechner wirken in ihrer klobigen Bauart ästhetisch. Vielleicht liegt die Faszination am Kontrast zu den miniaturisierten elektronischen Geräten der Gegenwart. Die Schränke voller Transistoren, die Steuerpulte und ratternden Lochstreifenleser verleugnen den Ursprung aus der Ingenieurtechnik nicht.

Zuse war Bauingenieur. „Er war zu faul, die immmer gleichen Rechnungen immer wieder zu wiederholen", sagte Kurt Kutzler, amtierender Präsident der TU Berlin. An der damaligen Technischen Hochschule hatte Zuse studiert, sein Sohn Horst lehrt heute Informatik an der TU. Der Vater habe sich immer als Unternehmer verstanden, sagte er bei der Eröffnung. Im hessischen Hünfeld baute Zuse seine Firma auf. Nach anfänglichem Erfolg wurde es wegen starker Konkurrenz schwieriger, schließlich schluckte Siemens das mittelständische Unternehmen. Paul Janositz

Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin, Dienstag - Freitag 9-17.30 Uhr, Samstag/Sonntag 10-18 Uhr.

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