Gesundheit : Kopie mit Krallen

Bas Kast

Amerikanische Forscher haben erstmals eine Katze geklont. Sie kam bereits vergangenes Jahr zwei Tage vor Weihnachten, am 22. Dezember, per Kaiserschnitt zur Welt. "Das Kätzchen war bei der Geburt kräftig und scheint ganz und gar normal zu sein", berichten die Veterinärmediziner von der Texas A & M University in der nächsten Ausgabe des Fachblatts "Nature" (vorab im Internet: www.nature.com ). "CC" haben die Forscher ihre Schöpfung genannt. Es steht für "Carbon Copy", zu Deutsch: Durchschlagpapier.

Das Erbgut für CC entnahmen die Wissenschaftler einer weiblichen erwachsenen Hauskatze namens "Rainbow". Leihmutter war "Allie", die CC nach 66 Tagen austrug. Mit der gleichen Methode hatte man vorher schon Mäuse, Rinder, Ziegen und Schweine geklont - und natürlich "Dolly", der Klon im Schafspelz.

Dabei überträgt man das Erbgut eines erwachsenen Tieres in eine Eizelle, deren Genom zuvor entfernt worden ist. Anschließend wird die Eizelle in die Leihmutter übertragen. Die Methode ist allerdings alles andere als ausgereift. Für Dolly brauchte der schottische Forscher Ian Wilmut 277 Anläufe. Auch die Texaner unter Leitung des Veterinärmediziners Mark Westhusin setzten insgesamt 87 geklonte Embryonen in acht Katzenweibchen. Nur zwei Weibchen wurden schwanger, bei einer kam es zum Abbruch, die andere brachte CC zur Welt.

Die größte technische Hürde beim Klonen liegt darin, dass Erbgut im Laufe des Lebens altert. Da man beim Klonen das Genom eines erwachsenen Tieres benutzt, muss die Uhr des Erbgutes zurückgestellt werden - was bislang nur begrenzt gelingt. Dolly beispielsweise hat schon im Alter von fünf Jahren Arthritis entwickelt. Geklonte Mäuse, wurde kürzlich berichtet, sterben bedeutend früher als normale. Katzen haben angeblich sieben Leben, CC wird wohl mit weniger auskommen müssen.

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