Gesundheit : Krähen machen es von rechts

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Auch Krähen können einseitig sei, wie sich bei "Corvus moneduloides" auf Neukaledonien zeigt. Dies berichtet Gavin Hunt (Universität Auckland, Neuseeland) in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature" (Band 414, Seite 707).

Die Krähen auf der Pazifikinsel sind als geschickte Werkzeugmacher bekannt. Aus Blättern der Pandanus-Bäume fertigen sie mit Schnitt- und Reiß-Bewegungen spitze Werkzeuge, mit denen sie nach Insekten stochern. Hunt fand deraus, dass überwiegend die linke Seite der Blätter bearbeitet wurde. Dabei mussten die Tiere das Blatt meist rechts an den Kopf gehalten und von rechts nach links gearbeitet haben. Dies deutet auf innere "Lateralisation" hin, die Bevorzugung einer Körperseite.

Bei Menschen lässt sich die Dominanz der Rechtshändigkeit bereits an urzeitlichen Steinwerkzeugen nachweisen. Dass nicht nur die Motorik, sondern auch die Sprache vom Gehirn einseitig gesteuert werden, entdeckte vor etwa 130 Jahren der französische Anthropologe Paul Broca. Lange Zeit glaubte man, eine solche "Händigkeit" sei auf Menschen und Gorillas beschränkt.

Vor kurzem beobachtete jedoch Onur Güntürkün, Hirnforscher an der Universität Bochum, dass Tauben das Sehen mit dem rechten Auge Vorteile bringt. "Rechtsäugig" irren sich diese Tiere seltener, wenn sie kleine Samenkörner aus einem feinen Kiesgemisch heraussuchen. Beim Menschen wird die Händigkeit unter anderem als eine Reaktion des Gehirns auf die Entwicklung der Sprachfähigkeiten interpretiert, die sich asymmetrisch in einer Hirnhälfte konzentriert, berichtet Hunt. Bei den Krähen könnte sie entsprechend als eine Folge des sehr komplexen Bewegungsprogramms im Gehirn entstanden sein, mit deren Hilfe die Tiere ihre Werkzeuge herstellen.

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