Krankenhausinfektionen : Alles unter Kontrolle

Bei Infektionsausbrüchen im Krankenhaus gelten strenge Regeln – Risikobereiche bedürfen einer besonderen Überwachung.

Ulrich Frei
Kampf den Keimen. Hygiene spielt eine große Rolle bei hochkomplexen Operationen. Foto: imago
Kampf den Keimen. Hygiene spielt eine große Rolle bei hochkomplexen Operationen.Foto: imago

Das europäische Zentrum für Krankheitsvermeidung und Kontrolle (ECDC) schätzt, dass in Europa jährlich vier Millionen Menschen an Infektionen erkranken, die mit der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen zusammenhängen. Die Zahl der Todesfälle als direkte Konsequenz von Infektionen wird auf rund 37 000 Fälle geschätzt. Meist treten diese Infektionen einzeln auf, kommt es jedoch zu einer Häufung, dann spricht man von einem Infektionsausbruch.

Der Begriff eines Infektionsausbruchs unterliegt einer strengen Definition. Die Betroffenen müssen infiziert sein, das heißt, dass bei ihnen ein Erregernachweis im Blut oder in anderen Körperflüssigkeiten stattgefunden hat und nicht nur Keime an der Körperoberfläche ohne Entzündungszeichen nachgewiesen wurden. Von einem Ausbruch spricht man dann, wenn zwei Personen durch einen identischen Infektionserreger oder an derselben Infektion in einem räumlichen und zeitlichen Zusammenhang erkranken.

Wird die Infektion im Krankenhaus erworben, handelt es sich um eine nosokomiale Infektion. Das Infektionsschutzgesetz schreibt vor, dass das Gesundheitsamt unverzüglich über das gehäufte Auftreten nosokomialer Infektionen informiert werden muss, wenn ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird. Die Meldung erfolgt ohne Namensnennung der Patienten.

Infizierte Patienten werden isoliert behandelt

Epidemische Infektionsausbrüche treten gehäuft in Risikobereichen auf wie in der Neonatologie, der Intensivmedizin und im Bereich der Tumorbehandlung wegen der Abwehrschwäche der dort behandelten Patienten. Zur Risikominimierung werden in diesen Bereichen schon vorbeugend Abstriche auf mögliche Infektionserreger insbesondere auf multiresistente Erreger gemacht, also auf solche, bei denen mehrere Antibiotikaklassen nicht mehr wirksam sind. Sollten solche Bakterien nachgewiesen werden, dann werden diese Patienten vorsorglich isoliert um die Übertragung auf andere Patienten zu verhindern.

Treten bei Patienten Entzündungszeichen auf, so werden Bakterienkulturen aus dem Blut und Körperflüssigkeiten angelegt. Sollte sich dabei derselbe Erreger zweimal in einem Zimmer oder auf einer Station finden, dann wird nach Infektionsschutzgesetz das Gesundheitsamt informiert.

Zeitgleich werden diese Patienten isoliert und bei allen anderen Patienten in diesem Bereich kritisch nach Infektionen gesucht. Sollte es zu weiteren Infektionen kommen und ist der Zusammenhang noch unklar, so wird ein Ausbruchsteam zusammengerufen, das aus den behandelnden Ärzten, der Krankenhaushygiene, dem Amtsarzt und der Krankenhausleitung besteht. Dieses Team koordiniert alle Maßnahmen, die eine Weiterverbreitung verhindern sollen.

Dazu gehören Isolierung in Einzelzimmer oder eine sogenannte Kohorten-Isolierung gleichartig Betroffener. Auch das Personal wird wenn möglich in die Behandlung Betroffener und nichtbetroffener aufgeteilt und es nutzt Kittel und Handschuhe neben der üblichen Händehygiene, um die Weiterverbreitung zu stoppen.

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