Gesundheit : Kritik am kleinen Master

FU protestiert gegen neues Lehrerstudium

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Die FU hat die neuen Masterstudiengänge für angehende Lehrer beschlossen – aber nur verbunden mit einer an die Politik gerichteten Protestnote. In der Sitzung des Akademischen Senats in der vergangenen Woche hatten zuvor mehrere Professoren und Studierendenvertreter besonders den „kleinen Master“ kritisiert. Für den „kleinen Master“ sieht der Gesetzgeber nur zwei Semester vor. Diese Zeit reicht aber nur für die Erziehungswissenschaften und für Fachdidaktik, nicht aber für das Studium des Unterrichtsfachs. Nur für angehende Studienräte ist ein zweijähriger „großer Master“ vorgesehen.

„Die fachlichen Kenntnisse werden für guten Unterricht nicht mehr reichen“, sagte Elfriede Fehr, Professorin für Informatik. Auch würden die neuen Studiengänge eine viel größere Lehrkapazität in den Fachwissenschaften und der Fachdidaktik binden, als ursprünglich gedacht. Das stelle die Fachbereiche vor neue Probleme. FU-Vizepräsident Klaus Hempfer bezeichnete die Studienreform als „Katastrophe“: Man werde Sprachlehrer mit mangelhaften Sprachkenntnissen in die Schulen entlassen.

Dem widersprach der Erziehungswissenschaftler Gerd Hoff. Die bisherige Lehrerausbildung habe jahrzehntelang schwache Ergebnisse gezeitigt und müsse deshalb keineswegs erhalten bleiben. Auch dürften sich die Unis nicht über fehlende Fachdidaktikprofessuren beklagen. Schließlich hätten sie auf diesem Gebiet frei werdende Lehrstühle immer wieder in fachwissenschaftliche Stellen umgewandelt. Ebenso sei die FU selbst dafür verantwortlich, dass im kleinen Lehrermaster kein Platz mehr für die Fachwissenschaften sei. Denn sie habe sich für einen „polyvalenten Bachelor“ entschieden, der nicht nur in den Lehrerberuf münden soll. Entsprechend müsse der geringe Anteil an Berufswissenschaften im Bachelor dann im Master in gedrängter Form nachgeholt werden. Auch der Germanist Peter André Alt, der an der FU an der Planung des Lehrermasters beteiligt ist, sagte, die Ausbildung werde nicht schlechter als die in den bisherigen Studiengängen sein: „Man kann auch aus sperrigen Strukturen etwas herausholen.“

Werner Väth, Vizepräsident der Freien Universität, sagte, in der Kultusministerkonferenz gebe es eine neue Diskussion über den „kleinen Master“. Er hoffe daher auf eine Revision der Vorgaben. Schon jetzt könne er jedenfalls den Absolventen des Lehrerbachelors in den nächsten zwei Jahren einen Platz im Masterstudiengang garantieren. akü

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