Gesundheit : Kritik an Vorstoß zur Ausländerquote CDU: „Kinderlandverschickung“

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Mit seinem Vorstoß für eine „Ausländerquote“ an Grundschulen hat sich Niedersachsens Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) Kritik auf breiter Front eingehandelt. Der Vorschlag sei „so alt wie unpraktikabel“, erklärte die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck (Grüne). „Wer ausländische Kinder aus Brennpunktschulen per Bus verschicken will, muss auch erklären, wie er die Eltern deutscher Kinder dazu bekommt, ihre Kinder im Gegenzug auf die Problemschulen zu schicken.“ Würden diese Schulen attraktiv gestaltet, müssten auch keine Kinder verschickt werden.

Die Opposition von CDU und Grünen im Niedersächsischen Landtag kritisierte Gabriels Vorschlag, der zu einer gleichmäßigeren Verteilung von Ausländerkindern und zu einer Erhöhung ihrer Lernchancen führen soll, als „realitätsfern“. Nötig sei eine gezielte Förderung am Wohnort und keine neue „Kinderlandverschickung“, sagte der CDU-Bildungspolitiker Bernd Busemann. Wer Ausländerkinder aus ihrere gewohnte Umgebung reiße und an Schulen verteile, schade ihnen. „Die Grundschule ist kein Wanderzirkus“, meinte Meta Janssen-Kucz, jugendpolitische Sprecherin der Grünen. Nötig seien mehr vorschulische und schulische Sprachförderprogramme sowie Angebote zur sozialen Integration von Zuwanderern. dpa

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