Gesundheit : Kultusminister wollen schneller reformieren Nach den neuen Pisa-Ergebnissen: Bildungsstandards schon 2004

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Nach den neuen PisaBefunden wollen die Kultusminister ihr Tempo bei der Schulreform erhöhen. Die relative „Beliebigkeit“ der Schulnoten, die die Untersuchung gezeigt hatte, unterstreiche die Notwendigkeit der geplanten gemeinsamen Bildungsstandards, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Hessens Schulministerin Karin Wolff (CDU), am Donnerstagabend in Berlin bei der Vorstellung der Beratungsergebnisse. Wolff geht davon aus, dass die für alle Schulen verbindlichen Standards schon zum Schuljahr 2004/2005 in Kraft treten.

Insgesamt sehen sich die Bildungsminister durch die neuen Pisa-Ergebnisse in ihrer im vergangenen Jahr beschlossenen Strategie bestätigt. Dazu gehört es, „bildungsbenachteiligte“ Kinder, darunter solche aus Zuwandererfamilien, besonders zu fördern. Beitragen soll dazu auch der Ausbau von Ganztagsschulen, gegen den sich die Unionsländer ausgesprochen haben. Dies entzündet sich am Angebot des Bundes, sich an den Anfangskosten zu beteiligen. Die Frage zusätzlicher Sprachförderung stellt sich mit der neuen Pisa-Auswertung noch dringlicher. Danach sinkt das Leistungsniveau an einer Schule, wenn mehr als jeder fünfte Schüler einen Migrationshintergrund hat.

Max-Planck-Direktor Jürgen Baumert, federführend für die deutsche Pisa-Studie, kritisierte erstmals das gegliederte Schulsystem in Deutschland als eine der Ursache für die schlechten Pisa-Ergebnisse. Es spreche vieles dafür, die Differenzierung des Schulsystems zugunsten besserer Förderbedingungen für Kinder und zur Verringerung sozialer Selektion „ eher zurückzunehmen“.

Bis zum Jahresende wollen die Kultusminister nun erstmals einen „Bildungsbericht für Deutschland“ vorlegen, in dem sie ihre Reformschritte dokumentieren. Strittig ist, ob es auch einen gemeinsamen Bericht mit dem Bund gibt. Eine gemeinsame Bildungsplanung, wie bisher in der entsprechenden Bund-Länder-Kommission, lehnt die Union jedenfalls ab. „Bildungsplanung sollten die Länder ohne den Bund machen“, meinte Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) – und zwar in der KMK. Die SPD setzt statt dessen weiter auf Kooperation. „Da bin ich ganz zuversichtlich“, betonte der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner (SPD). rt

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