Gesundheit : Kunsthochschule Weißensee: Arme Kunst geht in die Öffentlichkeit

Frank Schubert

Die Kunsthochschule Berlin-Weißensee fürchtet um ihre Konkurrenzfähigkeit. Durch die neue die Haushaltssperre sei programmiert, dass in einer ohnehin angespannten Situation Mittel für Werkverträge und studentische Hilfskräfte wegfallen werden, sagte Rektor Rainer Ernst bei einer Pressekonferenz. Die Hochschule habe mit ihrer Personalausstattung die Untergrenze bereits erreicht: Auf einen Lehrenden kämen 10,6 Studenten - doppelt so viele wie in Halle oder Leipzig. "Das letzte Stückchen Flexibilität ist irgendwann am Ende. Dort befinden wir uns jetzt", so Ernst.

Bei einigen Lehrenden kündige sich bereits Unzufriedenheit an. Kündigungen lägen in der Luft. Kritisiert wurde auch, dass die 42 Millionen Mark, die 1991 vom Berliner Senat als notwendige Investition anerkannt wurden, bis heute nicht umgesetzt worden sind. Zudem verursachten jährlich neue Kürzungen nur schwer zu kaschierende Lücken beim Personal und in der Ausstattung der Studios und Werkstätten. Ateliers für Hochschullehrer fehlen vollständig.

An dieser Misere wird sich wohl auch so schnell nichts ändern. "Aufgrund der neuen Finanzlage in der Stadt sind längst überfällige Bauvorhaben bei uns stark gefährdet", sagt Ernst. Trotz der prekären Haushaltslage ist der Erfolg der Hochschule: ungebrochen. Seit 1991 sind die Bewerberzahlen innerhalb der europäischen Austauschprogramme Erasmus und Sokrates fast auf das Dreifache gewachsen. Die Zahl der Studierenden an der nahm im gleichen Zeitraum um über hundert Prozent zu. Das gute Niveau der Ausbildung wurde gelobt - auch von den Studenten.

Entsprechend will die KHB an den bevorstehenden Tagen der offenen Tür zahlreiche hervorragende Studien- und Diplomarbeiten präsentieren. Vertreten sind Projekte und Ausstellungen zu Architektur, Bildhauerei, Bühnenbild, Kommunikationsdesign, Malerei und Modedesign - nur um einige zu nennen. Als herausragendes Ereignis wurde die Bildhauerei-Ausstellung in der ehemaligen Kaufhalle am Hamburger Platz angekündigt. Ihr Programm präsentiert die Hochschule vom 15. bis 16. Juli.

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