Gesundheit : Kurz-Abitur zerstört Gerechtigkeit

Der scheidende Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz Durner, hat vor einer Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur gewarnt. In dieser Frage stehe Deutschland am "Scheideweg". Die Qualität der Ausbildung lasse sich mit noch weniger Stunden nicht halten. Mit dem komprimierten Lernstoff in kürzerer Zeit würde die Chancengerechtigkeit für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern zerstört. Der Bildungsauftrag der Gymnasien würde zudem dramatisch verengt, sagte Durner in seinem Vermächtnis nach fast zehn Amtsjahren am Donnerstag in Berlin.

Der Philologentag wird voraussichtlich an diesem Freitag den stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Beamtenbundes, Peter Heesen, zu seinem neuen Vorsitzenden wählen. Heesen war seit Jahren auch einer der Stellvertreter im Philologenverband. Als einen Schwerpunkt seiner künftigen Arbeit nannte Heesen die Bildungsfinanzierung. Die Finanzminister hätten auch Zeiten steigender Schülerzahlen gekürzt. Dieser Notstand mit hohen Schülerzahlen in den Klassen dürfe nun angesichts der gewünschten Qualitätsverbesserung nicht weitergeführt werden. Hintergrund sind Ankündigungen der Finanzminister der Länder, bei sinkenden Schülerzahlen ab dem Jahr 2005 im Bildungsbereich drastisch zu sparen. Der Philologenverband vertritt rund 85 000 Gymnasiallehrer.

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