Gesundheit : Kurzmeldungen

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STREIKSPLITTER

Sangeslust. Die neuen Studenten singen wieder. Der Streik-Song der Humboldtianer gipfelt in der abgewandelten Nationalhymne. „Einigkeit und Recht auf Bildung sind der Zukunft Unterpfand“, schmettern sie bei jeder Gelegenheit, sei es auf dem Gendarmenmarkt, vor dem Reichstag oder in der S-Bahn. An allen Unis ertönt ein Protestruf im Chor: „Wir sind viele, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut.“ Beliebt sind auch Anleihen bei aktuellen Werbesprüchen: „Hasta la vista, Bildung“ oder „Just do it – Bildung“.

Malerarbeiten. Über den Plakatslogan „Lernt ihr noch oder spart ihr schon?“, freut sich ein schwedisches Möbelhaus. Heute wollen die Studenten ihm Konkurrenz machen: Bei der Eröffnung der neuen Ikea-Filiale in Tempelhof werden FU-Studenten „Lehrstühle streichen“. Sie malen alte Sitzmöbel öffentlich an und versteigern sie dann.

Feiern. Studenten des Otto-Suhr-Instituts der FU planen für Donnerstag eine Geburtstagsfete unter dem Motto „Hoch die Tassen!“. Das Geburtstagskind hat die Einladung aber ausgeschlagen: Uni-Präsident Dieter Lenzen will lieber ohne die Studierenden feiern.

Überlegen. Die FU-Philosophen befinden sich streikhalber im „Kreativen Ausnahmezustand – KRAZ“. Anstatt in ihre Vorlesungen und Seminare zu gehen, wollen sie „überlegen und diskutieren“. Und die Silberlaube wurde zum „Kulturschutzgebiet“ erklärt; Bildungsklau strengstens verboten.

Entwicklungshilfe. Auch vor der Humboldt-Uni steht ein Hüttendorf, nach dem Muster des von Studenten gezimmerten „Slums“ vor dem Architektur-Gebäude der TU. Das Motto auch in Mitte: „Aktive Verslummung“, ein Vorwurf an die Bildungspolitik. Die TU’ler leisteten den Kommilitonen in Mitte beim Bau am Wochenende „Entwicklungshilfe“. Inzwischen schreitet die Verslummung voran: Vor der Bretterbude am Tor des HU-Hauptgebäudes Unter den Linden haben findige Berliner Bürger eine alte Waschmaschine und einen ausgedienten Velourssessel dazugestellt. jvm / -ry / akü

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