Gesundheit : „Lächelnde Studenten erhöhen ihre Jobchancen“

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Gibt es ein Leben nach der Uni? Am Mittwoch zwischen 10 und 17 Uhr veranstaltet die HumboldtUniversität ihre jährliche Firmenkontaktmesse „Jobconnection“ (Unter den Linden 6).

Frau Schwartz-Jaroß, bei so vielen Arbeitslosen – welche Firmen haben da noch Lust, Studentinnen und Studenten kennen zu lernen?

Es stimmt, dass es schwieriger geworden ist, Firmen für Kontaktmessen zu gewinnen. Zwei Berliner Fachhochschulen mussten ihre Messen unlängst absagen, weil es nicht genügend interessierte Unternehmen gab. Wir profitieren aber davon, dass von den 36 Ausstellern 30 zu unseren „Stammkunden“ zählen.

Müssen Sie bei der „Jobconnection“ wegen der wirtschaftlichen Lage inzwischen mehr auf Non-Profit-Organisationen ausweichen?

Nein, wir weichen nicht aus. Wenn auch das Auswärtige Amt oder „Ärzte ohne Grenzen" vertreten sind, dann deshalb, weil wir den Studenten eine möglichst große Bandbreite bieten wollen. Es gibt zum Beispiel zurzeit viele arbeitslose Mediziner, für die es eben auch interessant ist zu sehen, welche Möglichkeiten es im Non-Profit-Bereich gibt.

Suchen die Firmen bei der Messe tatsächlich nach Studenten, oder geht es ihnen vielleicht mehr um Selbstdarstellung?

Beides ist richtig und völlig in Ordnung. Gerade Betriebe wie die Stadtreinigung oder die Bewag wollen ihr neues junges Image darstellen und auch zeigen, welche Berufsfelder es bei ihnen für Akademiker gibt. Es war aber Bedingung, dass die ausstellenden Firmen wirklich Praktikaplätze und Stellen im Gepäck haben. Wer das zurzeit nicht bieten kann, hat abgesagt, um bei den Studenten keine falschen Erwartungen zu wecken.

Haben auch Geisteswissenschaftler Chancen?

Natürlich. Ich weiß zum Beispiel, dass die Gasag händeringend nach Geisteswissenschaftlern sucht, die sich für den vertrieblichen Bereich interessieren. Die Gasag sucht auch Architekten, die technisches Grundwissen mitbringen. Viele Firmen haben mit Praktikanten, die Geistes- und Sozialwissenschaften studieren, sehr gute Erfahrungen gemacht. Wer sich geschickt anstellt und vielleicht sogar eine pfiffige Idee mitbringt, hat Chancen. Manche Firmen haben uns um einen separaten Raum gebeten, in dem sie ungestört Bewerbungsgespräche abhalten können, wenn ihnen ein Kandidat besonders auffällt.

Ab welchem Semester sollte man die Gelegenheit zu einer ernsthaften Bewerbung nutzen?

Ein halbes Jahr vor dem Ende des Examens kann man beginnen. Wenn es um Praktika geht, sollte man seine Fühler früher ausstrecken. Manchmal ergibt es sich auch, dass Firmen ein Thema für die Abschlussarbeit vorschlagen. Auch das kann der Beginn für die spätere Zusammenarbeit sein.

Wie kann man sich vorbereiten?

Die Studenten sollten in der Lage sein, in Schlagworten ihre Kompetenzen darzustellen. Was waren die Studienschwerpunkte, welche Praktika haben sie gemacht, worin äußert sich ihre soziale Kompetenz? Warum sind sie motiviert, in einem bestimmten Bereich bei gerade diesem Unternehmen zu arbeiten? Man kann ins Internet gucken, um die Firmen ein bisschen kennen zu lernen ( www.hu-berlin.de/jobconnection ).

Können Sie den Studierenden ein paar Tipps geben, wie sie auftreten sollen?

Seien Sie gut gelaunt, lächeln Sie. Der erste Eindruck entscheidet. Wer nörgelt, hat schon verloren. Machen Sie zehn Minuten netten Small-Talk. Bewerbungsprofis haben ihre vollständigen Unterlagen dabei. Wer das nicht mehr schafft, kann seinen Lebenslauf und eine Kurzbewerbung abgeben. Das gibt Ihnen die Chance, sich später noch mal mit ihren vollständigen Unterlagen in Erinnerung zu bringen. Ich kann die Messe wirklich nur empfehlen. Auch Studierende anderer Hochschulen sind herzlich willkommen.

Das Gespräch führte Anja Kühne

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