• Lange Nacht der Wissenschaften: Wenn die Luft in der Wohnung stickig wird: Forscher der TU demonstrieren, wie man das messen kann

Gesundheit : Lange Nacht der Wissenschaften: Wenn die Luft in der Wohnung stickig wird: Forscher der TU demonstrieren, wie man das messen kann

Karsten Zweiniger

Neuer Fußbodenbelag ist ja wirklich was Schönes, wenn da nur nicht immer dieser nervige Geruch wäre, der sich nach dem Auslegen in der ganzen Wohnung breitmacht. Kann man dagegen nichts unternehmen? Man kann. Am Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin wird daran geforscht, wie viel Durchlüftung ein Wohn- oder Arbeitsraum braucht, um nicht zu muffeln.

Unter Leitung von Professor Klaus Fitzner haben die Wissenschaftler dafür ein Riechlabor eingerichtet, in dem Versuchspersonen abwechselnd mit geruchsneutraler Luft und verschiedenen Düften konfrontiert werden. Die Probanden beurteilen dann die Geruchsstärke anhand einer Skala. "Bei Wohnungen wird immer mehr Wert auf Wärmedämmung gelegt", sagt Ingenieur Böttcher, der am Hermann-Rietschel-Institut promoviert, "das wird zur Folge haben, dass es zunehmend Wohnungen mit künstlicher Lüftung gibt, in denen man die Fenster nicht mehr öffnen kann." Bei einer künstlichen Belüftung ist es wichtig zu wissen, wie stark man den Luftstrom einstellen muss. Zu wenig bedeutet stickige Luft, zu viel bedeutet Energieverschwendung.

Voraussetzung, um den erforderlichen Luftdurchsatz zu ermitteln, ist zunächst, dass man Geruchsintensitäten überhaupt messen kann. Grundlage für neue Maßeinheiten ist das Geruchsempfinden der Nase. So bescheibt ein "Olf" die Geruchsstärke, die von einem Menschen ausgeht, der sich 0,7 Mal am Tag duscht, täglich die Wäsche wechselt und einer leichten, sitzenden Beschäftigung nachgeht. Anhand der Messwerte untersuchen die Wissenschaftler dann weitergehende Fragestellungen: etwa wie sich Gerüche addieren, welche Geruchsquellen in Wohnräumen eine besondere Rolle spielen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben