Gesundheit : Lehrermangel: Schocknachricht blieb ohne Wirkung

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die "offenkundige Handlungsunwilligkeit" der Kultusminister angesichts des Lehrermangels kritisiert. "Die Schocknachricht vom Lehrermangel ist zwar bundesweit angekommen, hat aber keine nachhaltige Wirkung hinterlassen", kritisierte die GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange anlässlich des Internationalen Lehrertages an diesem Freitag.

Stange forderte eine bundesweite konzertierte Aktion für den pädagogischen Nachwuchs, zur Bekämpfung des Lehrermangels und eine Entwicklung des Bildungswesens. Dazu gehöre es auch, die Bezahlung der Lehramtsanwärter, also der Lehrer in der Ausbildung, zu verbessern. Teilweise verdienten diese weniger als Auszubildende - nach mehrfachen Kürzungen in den letzten Jahren. "Mit einer solchen Bezahlung ist der Lehrerberuf angesichts der Situation aufdem akademischen Arbeitsmarkt alles andere als attraktiv", so Stange.

In den nächsten zehn Jahren müssten durchschnittlich pro Jahr 25 000 qualifizierte Lehrkräfte eingestellt werden, die aber auf dem Arbeitsmarkt derzeit fehlten. In diesem Jahrzehnt müsse rund die Hälfte der 720 000 Lehrkräfte bundesweit ersetzt werden. Eine Strategie, um das zu bewältigen, sei nirgendwo erkennbar.

Die GEW-Vorsitzende verlangte zugleich, die Barrieren auf dem bundesweiten Lehrer-Arbeitsmarkt zu beseitigen. Statt im Osten zehntausende Stellen zu streichen, müssten Schulen und Kindergärten weiter entwickelt werden. Stange: "Der Erhalt von Schulstandorten, kleine Klassenfrequenzen, mehr Ganztagsschulen und die Senkung der hohen Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte - das würde der Entwicklung der Schulen nützen, nicht der Rotstift der Finanzminister." Die anstehenden Reformen in der Lehrerausbildung müssen sich zudem nach Stanges Worten an den neuen pädagogischen Herausforderungen orientieren, statt an der Frage "Wie kann der Lehrer billiger werden?".

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