Gesundheit : Leibniz-Gesellschaft: Mehr Wettbewerb?

Bärbel Schubert

Die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL) soll nach dem Willen ihres designierte Präsidenten, Hans-Olaf Henkel, mehr Wettbewerbselemente bekommen. Dafür wird über Strategiefonds für die einzelnen Wissenschaftsbereiche nachgedacht, sagte Henkel bei einer Pressekonferenz gestern in Berlin anlässlich seiner Wahl. Aus den Fonds könnten die Institute Mittel für Projekte beantragen.

Henkel war bis zum Jahreswechsel Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Seine Erfahrungen aus der Wirtschaft sollen ihm nun helfen, der bisher außerhalb der Forschungsszene recht unbekannten Leibniz-Gemeinschaft Profil zu verleihen. Am 1. Juli löst er an WGL-Spitze den Physiker Frank Pobell ab. "Wir haben wissenschaftlich in den letzten Jahren alles erreicht, was zu erreichen war", sagte Pobell zum Abschied. "Jetzt fängt ein neuer Abschnitt an, in dem nicht die wissenschaftliche Qualifikation für die Leitung der Gemeinschaft entscheidend ist."

Die WGL besteht noch aus 78 Instituten ganz unterschiedlicher Ausrichtung, vom Max-Delbrück-Zentrum bis zum Museum König in Bonn. Nach abgeschlossener Evaluierung sollen nun sieben Institute mit schlechter Beurteilung geschlossen und neue Einrichtungen aufgenommen werden.

Henkel kündigte an, dass er sich für eine bessere Forschungsfinanzierung einsetzen will - besonders in Ostdeutschland. Deutschland gebe insgesamt zu wenig für die Forschung aus. Henkel: "Der Appell mehr zu investieren, darf sich aber nicht auf die öffentliche Hand beschränken". Ostdeutschland habe weit weniger Wissenschaftler (pro Kopf der Bevölkerung) als Westdeutschland, dieses liege wiederum deutlich hinter anderen Industriestaaten wie Japan.

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