Gesundheit : Leukämie: Aufschwung der Antikörper-Behandlung

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Die Behandlung mit Antikörpern einer einzigen Bauart ("monoklonale Antikörper") erlebt nach Jahren der Rückschläge und Stagnation nun einen rasanten Aufschwung. "Die Skepsis ist einer wesentlich optimistischeren Einschätzung gewichen", konstatiert das Fachblatt "Der Internist". Der Grund dafür liegt im gewachsenen Wissen über die molekulargenetischen Zusammenhänge im Körper und in besserem Design der Y-förmigen Antikörper.

Die ursprünglich von der Maus stammenden Antikörper sind mehr und mehr "vermenschlicht" und damit besser verträglich und länger wirksam geworden. Zugleich lassen sie sich als "Lenkwaffen" mit Giften oder radioaktiven Stoffen beladen, wobei die kurzen Arme des "Y" für die Zielerkennung zuständig sind. Antikörper können bestimmte Moleküle blockieren, um Entzündungen, Abstoßungsreaktionen oder Blutgerinnselbildung abzuschwächen. Sie können der Körperabwehr auf die Sprünge helfen und etwa gegen Krebszellen aktivieren, und sie können auch selbst ganz gezielt das Wachstum von Krebszellen lahmlegen.

Der therapeutischen Phantasie im Umgang mit Antikörpern scheinen im Moment kaum Grenzen gesetzt. In den USA sind bislang neun Antikörper zugelassen (Stand: Juni 2001), unzählige weitere werden bereits an Patienten erprobt. Angewandt und getestet werden die pfiffigen Eiweißstoffe aus dem Gentechnik-Labor bei etlichen Krebsarten, bei Rheuma, Asthma, Morbus Crohn, in der Organtransplantation und sogar bei verengten Herzkranzgefäßen.

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