Gesundheit : Lithium beseitigt Eiweißmüll

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Ein altbekanntes Medikament hat sich als wirksam gegen die Alzheimersche Krankheit erwiesen – zumindest im Tierversuch. Wie das Fachblatt „Nature“ in seiner heutigen Ausgabe berichtet, ist es mit Lithium gelungen, gleich beide Arten von Ablagerungen aufzulösen, die sich im Gehirn menschlicher Patienten finden. An gentechnisch veränderten Mäusen, die bei derartigen Versuchen als unsere Stellvertreter dienen, beseitigte Lithium sowohl harte Ablagerungen zwischen den Nervenzellen (BetaAmyloid) als auch fasrige Ablagerungen (Neurofibrillen) im Inneren der Nervenzellen, schreiben Peter S. Klein und seine Kollegen von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia. Nachdem die Tiere drei Wochen lang Lithium erhalten hatten, verringerte sich die Menge an Beta-Amyloid bereits um annähernd die Hälfte. Lithium wird seit über 50 Jahren zur Behandlung der manisch-depressiven Krankheit eingesetzt und könne eine „attraktive Ergänzung auf der Liste der Arzneimittelkandidaten“ sein, kommentierte Bart de Strooper vom Zentrum für Humangenetik im belgischen Leuven. Die von Klein in seinen Mausversuchen eingesetzten Lithium-Konzentrationen entsprechen in etwa denjenigen, die auch menschliche Patienten erhalten.

Deshalb, so De Strooper, „könnten viele potenzielle Alzheimer-Patienten von dieser Entdeckung profitieren“. Bereits vor zwei Jahren hatten US-Forscher um Ashley Bush von der Harvard-Universität in Boston entdeckt, dass ein fast vergessenes Antibiotikum (Cliochinolin) Beta- Amyloid im Hirn von „Alzheimer-Mäusen“ beseitigen kann. Mittlerweile wurde diese Arznei auch an etwa 50 Freiwilligen Alzheimer-Patienten erprobt, doch sind bisher noch keine Ergebnisse veröffentlicht worden. M.S.

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