Gesundheit : Lorbeeren für die FU

Warum die Gutachter das Elitekonzept loben

Anja Kühne

Die Freie Universität gehört in dieser Runde des Exzellenzwettbewerbs nicht zu den Siegern – doch die Gutachter zollen ihr für ihren Antrag auf den Elitestatus viel Lob. In dem Bericht, der dem Tagesspiegel vorliegt, heißt es über die Pläne der Hochschule: „Es ist zu erwarten, dass die Universität ihren Aufstieg mit dieser Strategie fortsetzen kann und sich damit die realistische Möglichkeit erarbeitet, mittelfristig zu einer der führenden europäischen Universitäten zu werden.“ Jedoch kritisieren die Gutachter die Politik des Berliner Senats: „Besondere Risiken liegen in der Unsicherheit langfristiger finanzieller Unterstützung durch das Land, das mittelfristig lediglich die nominelle Konstanz der Landesmittel zusagte.“

Die Gutachter, die die FU im Sommer besuchten, stellen fest, die Uni weise „mit einer markanten Steigerung der Einwerbung von DFG-Mitteln in den vergangenen Jahren einen steil positiven Entwicklungsgradienten auf“. Bereits heute prägten das Bild die auch in der Langfristplanung vorgesehene Konzentration auf starke Bereiche der Lehre und Forschung, verbunden mit einem Ausbau interdisziplinärer Forschungsverbünde – vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der angewandten Mathematik. Auch in den lebens- und naturwissenschaftlichen Disziplinen gebe es „erfolgversprechende Ansatzpunkte“.

Obwohl die im Antrag dargestellte Stärken-Schwächen-Analyse „nicht differenziert genug“ sei, habe sich bei dem Besuch gezeigt, „dass sich die Universität ihrer Stärken und Schwächen im Klaren ist“: „Rigide Einsparungen in den vergangenen Jahren“ habe sie genutzt, eine strategische Langfristplanung zu entwerfen“. Positiv wird auch die „gute Zusammenarbeit mit den zahlreichen außeruniversitären Forschungseinrichtungen“ bewertet.

Als „eine weitere Stärke der Universität“ loben die Gutachter die „überzeugende Leitungsstruktur“, „in der sich Bottom-up-Ansätze mit dem Prinzip der führungsstarken Leitung verbinden“. Bemerkenswert sei auch „der beeindruckende Teamgeist, mit dem das Zukunftskonzept von allen Gruppen der Universität“ getragen werde: „Der Leitung ist die treibende Kraft, der es gelungen ist, die gesamte Universität für anstehende Änderungen zu gewinnen und eine beachtliche Kultur des Wandels zu etablieren.“

Über das Zukunftskonzept der FU heißt es: „Clusterbildung, Internationalisierung und Reform der Graduiertenausbildung bilden ein überzeugendes und kohärentes Gesamtkonzept“. Die geplante neue Serviceeinheit, das „Center of Cluster Development“, sei geeignet, interdisziplinäre Forschung zu unterstützen und das Profil der Universität auch in internationaler Perspektive deutlich zu schärfen. Allerdings seien die Vorstellungen über die Aufgabenpalette noch im Entwicklungsstadium. Die Erwartungen der Uniangehörigen reichten von der Delegation administrativer Pflichten über die Bündelung von Forschungsansätzen bis zur Unterstützung bei Drittmittelanträgen. Der Unileitung sei aber zuzutrauen, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Wissenschaftler in die konkrete Gestaltung des Centers zu integrieren.

Den Zuspruch der Gutachter findet auch das Konzept für die Doktorandenausbildung im „Center for Graduate Studies (Dahlem Research School)“. Es werde den internationalen Einzugsbereich von Promovenden steigern und dadurch den Bekannheitsgrad der Universität deutlich erhöhen. Auch mit dem „Center for International Exchange“ habe die FU eine „vielversprechende Strategie zur aktiven Rekrutierung und Unterstützung internationaler Forschung und Studenten entwickelt“.

Die Gutachter schließen: „Mit Hilfe des Zukunftskonzepts wird es gelingen, die internationale Sichtbarkeit und Attraktivität der Freien Universität deutlich zu erhöhen“ und „zur Gruppe der europäischen Spitzenuniversitäten aufzuschließen“.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben