Gesundheit : Märchenland

Lea Streisand

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„Ein Land, wo der einzige, allen gemeinsame Reichtum Zeit ist“, schreibt Siegfried Genthe 1901 über Tschôssönn – die terra incognita im fernen Osten. Das „Land der Morgenfrische“, so nach Genthe die Übersetzung des unaussprechlichen Namens, heißt heute Korea. Hundert Jahre nach der Erstveröffentlichung 1905 hat Sylvia Bräsel die „Reiseschilderungen“ des Berliner Journalisten und Geologen im Faksimile neu herausgegeben und mit einer Einleitung zu Leben und Werk versehen. Genthe war 1901 ein halbes Jahr für die renommierte Kölnische Zeitung in Korea unterwegs. Er beobachtet – aufmerksam und kritisch, mit Lust am Detail, großer Toleranz und Faszination für die fremde Kultur: „Lautlos wallen die weißen Gestalten vorbei, lautlos auf ihren weichen Sandalen aus Hanf oder Strohgeflecht.“ Keine Kuriositätenschau, sondern Dokument des Umbruchs in einem Land, „das vielleicht noch rascher dem Ansturm westlicher Gedanken erliegen wird wie seine Nachbarländer, weil sein Volk hellere Köpfe und weitere Herzen hat.“ Genthe hat die Veröffentlichung nicht mehr erlebt. In Marokko wurde der 33- Jährige 1904 Opfer eines Raubmordes.

Siegfried Genthe: Korea – Reiseschilderungen. Hg. von Sylvia Bräsel. Iudicium Verlag, München. 404 Seiten, 40 €.

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