Gesundheit : Mayas liebten Kakao

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Die Leidenschaft der Menschen zum Kako ist mindestens 1000 Jahre älter als bislang angenommen. Das berichten US-Forscher um Jeffrey Hurst von der Lebensmittelfirma Hershey (Pennsylvania) sowie um Terry Powis von der Universität von Texas (Austin) im britischen Wissenschaftsjournal „Nature“ (Band 418, Seite 289).

Die Forscher untersuchten 2600 Jahre alte Keramik-Töpfe, die die Mayas in Belize benutzt hatten. Sie wandten dabei besonders empfindliche Messmethoden an, nämlich Hochdruck-Flüssigkeits-Chromatographie und Massenspektrometrie. Dabei entdeckten sie Theobromin. Unter den Pflanzen Mittelamerikas enthält nur der Kakaobaum (Theobroma cacao) diese Substanz in größeren Mengen. Die Forscher wiesen Theobromin in den Bodensätzen der alten Töpfe nach. Das ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass die Mayas bereits 600 vor Christus Kakao getrunken haben. Die zuvor ältesten Kakaofunde – von der Maya-Stätte bei Rio Azul in Guatemala – datieren aus den Jahren 460 bis 480 nach Christus.

Die von Hurst und Kollegen untersuchten Gefäße sind Grabbeilagen und stammen aus einer Ausgrabungsstätte bei Colha im Norden von Belize. Sie sind mit einem Ausguss versehen, den die Mayas nach Inschriften und Überlieferungen der spanischen Eroberer benutzten, um Schaum auf dem Kakao zu erzeugen. Dieser Schaum habe damals als besonders köstlicher Teil des Getränkes gegolten, schreiben die Forscher. Zudem tranken die Mayas Kakao zu fast jeder Mahlzeit. In fester Form wurde Kakao allerdings nicht konsumiert, wenn er auch als Gewürz für Speisen diente. Die Mayas liebten eher den herben, bitteren Geschmack und süssten Kakao daher nur selten. Sie mischten ihn dagegen mit heute teils seltsam anmutenden Zutaten wie Chilis und Mais.

Kakao war als Getränk kein Massenprodukt sondern eher dem Adel vorbehalten. Die Bohnen wurden bei den Mayas wie auch später bei den Azteken als Zahlungsmittel verwendet. Einige Maya-Stämme betrieben regen Handel mit den Kakao-Bohnen, sowohl untereinander wie auch mit den benachbarten Reichen, unter anderem mit dem Stadtstaat Teotihuacán. pja

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