Gesundheit : Meerwasser-Entsalzung: Eine neuartige Technik nutzt die Sonne und ist gegen Korrosion unempfindlich

Die jüngst auf Gran Canaria in Betrieb genommene Demonstrationsanlage zur Meerwasser-Entsalzung eignet sich gerade für Gegenden der Erde, die eine schlechte Infrastruktur besitzen. Matthias Rommel, Physiker vom Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg betonte, dies liege vorrangig an der neuartigen Technik.

In den Kollektoren wird das Wasser direkt durch die Sonnenenergie erhitzt. "Bislang konnten dafür nur Rohrsysteme aus Kupfer, Stahl oder anderen Metallen verwendet werden", sagte Rommel. Diese Rohre halten allerdings den chemischen und physikalischen Belastungen durch heißes Meerwasser nicht lange stand. Das Kernstück in der Pilotanlage sind nun 50 Quadratmeter der neuen Kollektoren mit selektiv beschichteten Glasabsorbern, die nicht mehr korrodieren.

Entwickelt wurden sie von den Fraunhofer-Forschern, die überdies das von der EU geförderte internationale Projekt koordinieren. Nach Rommels Darstellung nutzt das System 95 Prozent der Solarstrahlung, es wird also wenig reflektiert - die Energie bleibt dem System fast vollständig erhalten. Die Meerwasser-Entsalzungsanlage, an der seit zwei Jahren geforscht wird, soll einfach zu bedienen und wartungsarm sein und muss auch in einsamen Gebieten der Erde dauerhaft funktionieren. "Mit der Anlage auf Gran Canaria können wir nun das System und unsere Forschung überprüfen", sagte Rommel. Produziert werden zur Zeit 600 Liter täglich. Da am Ende destilliertes, salzfreies Wasser in den Speicher läuft, müssen wieder Mineralstoffe zugesetzt werden, damit es als gesundes, vollwertiges Trinkwasser dienen kann. In der Versuchsanlage wird wieder ein kleiner Anteil Meerwasser hinzugefügt.

Eine Entsalzungsanlage, die mit regenerativer Energie arbeitet, ist in abgelegenen Gebieten im Vorteil, wo viel Sonne vorhanden ist. Denn die Technik ist nicht billig: Ein Kubikmeter Wasser wird rund 30 Euro kosten. Es kann sich aber rechnen für Wüstenstaaten wie den Oman oder kleine griechische Inseln, die kostspielig mit Trinkwasser versorgt werden müssen.

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