Gesundheit : Mehr Frauen lohnen

Die Unis denken um

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Wenn die Frauenbeauftragten in den Akademischen Senaten ihrer Universitäten das Wort ergreifen, ernten sie von Seiten mancher Professoren immer noch ein hämisches Grinsen. Doch könnten die Zeiten, in denen die Frauenbeauftragte die Rolle einer harmlosen Närrin zu spielen hat, bald vorbei sein. Der Gesetzgeber übt inzwischen Druck auf die Hochschulen aus. Wie viel Geld sie vom Staat bekommen, ist auch von ihrer Leistung abhängig. Und zu der gehört auch, ob sie Fortschritte in der Gleichstellung von Mann und Frau machen. Bundesweit sind noch immer rund 90 Prozent aller Professoren Männer.

Für Berlin zogen jetzt die Frauenbeauftragten der Hochschulen eine erste Bilanz seit dem Jahr 1999. Damals hatte der Senat die Hochschulen verpflichtet, mit ihren Fachbereichen Verträge abzuschließen, die „Zielvereinbarungen“, in denen die Fakultäten sich zu neuen Anstrengungen verpflichten mussten – auch in der Förderung der Chancengleichheit von Mann und Frau. Seitdem muss die Frauenbeauftragte nicht mehr als Bittstellerin auftreten, wie Mechthild Koreuber von der Freien Universität lobte. Die FU gehört bundesweit zu den ersten Hochschulen, die den Hebel Zielvereinbarungen angesetzt haben. In Zukunft sollen dort zehn Prozent des nach Leistung verteilten Geldes auf das Kriterium Chancengleichheit entfallen.

Die anderen Berliner Universitäten sind erst jetzt mit deutlicher Verspätung dabei, Vereinbarungen mit den Fachbereichen abzuschließen. Die Frauenbeauftragten forderten daher vom Senat, dass Hochschulen, die die Verträge nicht einhalten, in Zukunft deutlicher die Konsequenzen spüren müssen.

In Berlin haben diese und andere Aktivitäten zu einer leichten Steigerung des Frauenanteils geführt, wie die Staatssekretärin für Frauen, Susanne Ahlers, berichtete. Noch 1993 waren unter den Promovierten nur 31,2 Prozent Frauen, im vergangenen Jahr schon 39,1 Prozent. Der Anteil bei den Habilitationen stieg von 14,8 auf 17,7 Prozent. Beim ProfessorinnenAnteil – 14, 2 Prozent – ist Berlin bundesweit Spitze . akü

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