Gesundheit : „Mehr Geld für Berliner Universitäten“ Zukunfts-Initiative will „Wissenschaftspakt“

Uwe Schlicht

Der Regierende Bürgermeister solle die Berliner Hochschulpolitik endlich zur Chefsache machen, fordert die „Initiative an morgen denken“. Der Sprecher der Initiative, Günter Stock vom Vorstand der Schering AG, forderte Klaus Wowereit (SPD) auf, seine Richtlinienkompetenz gegenüber den Senatoren wahrzunehmen, um die Zukunftsfelder der Region Berlin und Brandenburg – Wissenschaft und Kultur – nachhaltig zu stärken. Der Regierende Bürgermeister solle Berlin mit wissenschaftspolitischen Positionen profilieren. Das Abgeordnetenhaus müsse nach den großen Sparbeiträgen der Hochschulen jetzt zu einer Umorientierung im Haushalt kommen. Das Ziel: mehr Geld für die Hochschulen und Forschungseinrichtungen – und ein „Wissenschaftspakt“ zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Die Initiative „an morgen denken”, in der Vertreter der Berliner Wirtschaft, der Universitäten, Fachhochschulen und Forschungsinstitute zusammenwirken, übte scharfe Kritik am Verhalten von Wissenschafts- und Kultursenator Thomas Flierl (PDS). Flierl strebe offenbar nicht an, eine der Berliner Universitäten in den von Bund und Ländern ausgelobten Spitzenwettbewerb zu schicken. Er wolle offenbar die Berliner Unis nur bei der Bewerbung um eine Förderung von Graduiertenschulen und Forschungsclustern unterstützen. Das sei zu wenig. Der Regierende Bürgermeister solle ein Machtwort sprechen, um die Gegenfinanzierung des Landes zu sichern, die Voraussetzung zur Teilnahme am Elitewettbewerb ist.

Die Initiative, der auch der Präsident der Humboldt-Universität Jürgen Mlynek angehört, fordert Wowereits Einsatz auch gegen die Einführung der Viertelparität an den Berliner Hochschulen. Senator Flierl wolle mit der Viertelparität die alte Gruppenuniversität wieder stärken. Damit fördere er „partielle Verantwortungslosigkeit, Kleinmut und Entscheidungsschwäche”, sagte Günter Stock.

Mlynek betonte, dass er die akademische Selbstverwaltung nicht in Frage stellen wolle. Wenn sich die Uni aber wieder mit dem Streit um die Mitbestimmung beschäftigen müsse, werde sie von ihren eigentlichen Problemen abgelenkt: Wie sie Forschung und Lehre verbessern, mehr Drittmittel einwerben und unternehmerisches Handeln ausbauen könne. Flierl mache Gesellschaftspolitik und nicht Wissenschaftspolitik.

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