Gesundheit : Mensch und Technik: Die Angst vor der Technik

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Für ältere Menschen ist es nicht so einfach, mit den komplizierter gewordenen Geräten der Unterhaltungselektronik umzugehen. Wie richtet sich ein Hersteller, der zu den Marktführern gehört, auf diese Zielgruppe ein? Auf der Funkausstellung sprachen wir mit Georges Gérard (General Manager) und Aldo Liguori (Director) aus dem Bereich Unternehmenskommunikation von Sony Europa sowie mit Xavier Lauwaert aus der Marketing-Abteilung von Sony in Japan.

Wird es von Sony bald besondere Geräte für ältere Menschen geben?

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Der virtuelle Messerundgang In Japan verkaufen wir seit Jahren zum Beispiel Radios und Kassettenrekorder mit großen Tasten und eingeschränkten Bedienungsmöglichkeiten. Aber wir denken jedenfalls im Moment nicht daran, für Europa und USA große Serien an besonderen Geräten nur für Ältere aufzulegen, weil das in die falsche Richtung ginge. Schließlich sind es doch nicht nur die älteren Menschen, die Probleme haben, sich einer Technik zu nähern, mit der sie noch nicht vertraut sind. Das geht letztlich allen so. Wir versuchen daher, die Bedienung so abzustufen, dass der Einstieg generell leicht wird.

Wie muss man sich das vorstellen?

Na, hier läuft gerade unsere Videofilm-Bearbeitungssoftware "Movie-Shaker". Sie laden die Sequenzen mit einem Klick aus der Kamera in den Computer, wählen mit einem zweiten Klick auf einen der Smiley-Buttons das Muster aus, nach dem das Programm arbeiten soll, und schon ist ein präsentabler Film mit Überblendungen fertig.

Das wird doch jenen nicht reichen, die nach einiger Zeit Fortschritte machen möchten?

Nein, aber die Herausforderung, die sich uns stellt, ist es doch, dem Kunden zunächst die Furcht vor der Technik zu nehmen, die er noch nicht kennt. Wenn er dann Geschmack an komplizierteren Aufgaben gefunden hat, dann soll er Schritt für Schritt weitermachen können. Natürlich ist auch das gewährleistet.

Gehen Sie mit dem Verzicht auf spezielle Produktlinien womöglich an einer großen Zahl von Kunden vorbei?

Vorsicht, man darf das Alter nicht zum alleinigen Maßstab machen. In jedem Land gibt es viele Menschen, die aus dem Berufsleben ausgeschieden sind und nun nach Hobbies suchen, von denen sie auch intellektuell gefordert werden. Das brauchen sie, um geistig fit zu bleiben - da dürfen wir die Anforderungen gar nicht heruntersetzen. Es sind doch gerade jene Käuferschichten, die das Interesse, das Geld und die Zeit haben, sich mit Dingen zu beschäftigen, zu denen sie früher nicht gekommen sind. Übrigens haben viele von ihnen sogar spezielle Kurse besucht und gehen etwa mit Videokameras bedeutend professioneller um als wir Jüngeren ...

Und die körperlichen Einschränkungen?

Sicher, körperliche Mankos, die mit dem Altern kommen, wie zum Beispiel Beeinträchtigungen der Sehkraft, müssen wir mit Hilfe von gut durchdachten Programmoberflächen aufzufangen versuchen. Aber auch hier gilt der Anspruch, dass die Verbesserung der Bedienung letztlich auch dem jüngeren Einsteiger hilft.

Der Trend in diese Richtung ...

ist doch schon da. Beim Fotografieren mussten wir früher angestrengt durch eine kleine Sucherlinse blicken. Wir stießen oft mit dem Brillenglas gegen die Einfassung oder nahmen die Brille ab und sahen nichts. Heutige Digitalkameras zeigen das Bild ganz bequem schon vor dem Auslösen des Apparates auf einem - inzwischen schon recht großen - Display. Die Kameras sind nicht mehr aus schwerem Metall, sondern aus leichtem Kunststoff, was auch die Gefahr des Verwackelns verringern kann.

Und bei den ersten Schritten?

Wichtig ist, dass sich das Gerät so weit wie möglich selbst erklärt - wie in guten Computerprogrammen. Das erste Loslaufen geschieht dann eben mit Standardeinstellungen, führt aber bereits zu brauchbaren Ergebnissen. Feinjustierungen haben Zeit, bis die Vertrautheit im Umgang mit dem Gegenstand gewachsen ist.

Und die Bedienungsanleitungen?

Bedienungsanleitungen werden immer ein Problem bleiben, obwohl man viel mit Erläuterungen und Grafiken arbeiten kann. Das geschieht schon verstärkt. Andererseits unterstützt sich die Technik selbst: Hilfen sind übers Internet schneller verfügbar, bei speziellen Fragen kann gezielter nach Antworten gesucht werden als in einer Broschüre.

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