Gesundheit : Menschliches Erbgut: Das Genom geht um den Globus

Die Informationen vom menschlichen Erbgut breiten sich in Windeseile über den Globus aus. Hunderttausende von Forschern weltweit haben sich seit der Veröffentlichung des menschlichen Genoms im Internet Datenblöcke herunter geladen. Aus 90 Ländern wurde allein die Website der Firma Celera Genomics in den ersten fünf Tagen abgerufen, sagte deren Chef Craig Venter.

Venter gab zu, dass die Begrenzung des menschlichen Erbguts auf rund 30 000 statt der erwarteten 100 000 Gene viele geschockt habe. "Wir waren so daran gewöhnt, jeder Eigenart ein eigenes Gen zuzuordnen". Dieses Denken habe sich als falsch erwiesen. "Die Genkarte ist nicht die (einfache) Gebrauchsanleitung, die wir erwartet hatten", sagte Venter. Vielmehr seien die Informationen über den menschlichen Bauplan "in verschiedenen Lagen verborgen". Mit seinen 30 000 Genen produziere der Mensch bis zu 250 000 Proteine, die rund 100 Billionen Verbindungen im Körper vornähmen. Das entspricht einer eins mit 14 Nullen.

Dennoch ist aus der Genomkarte klar ersichtlich, "dass der Mensch Teil eines biologischen Gesamtwerks ist. Wir sind keineswegs Auserwählte", sagte Venter. Wer die Genkarte des Menschen und der Maus neben einander vergleiche, werde nur mit Mühe einen Unterschied erkennen.

Celera und das internationale Forscher-Konsortium HGP (Human-Genom-Projekt) hatten ihre jeweilige Gen-Karte vom Menschen mit ersten Analysen in der vergangenen Woche in den Journalen "Nature" und "Science" vorgestellt und die Gen-Sequenzen im Internet veröffentlicht.

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