Gesundheit : Menschliches Gen für tierischen Organspender

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Schwein gehabt – gilt das demnächst für Patienten, die ein neues Organ brauchen? Noch taugen SchweineOrgane nicht für die Transplantation. Eine Gefahr ist, dass der Patient sich dabei mit Schweineviren infiziert. Eine andere ist die Abstoßung: Das menschliche Immunsystem erkennt das Organ als fremd und attackiert es.

Jetzt aber haben Forscher einen Weg gefunden, diese Abstoßungsgefahr einzudämmen, indem sie das Schwein „vermenschlichen“. Das Team um die italienische Genetikerin Marialuisa Lavitrano berichtet über ihren Versuch im US-Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

Lavitrano und ihre Kollegen nahmen Schweinespermien und schleusten ein menschliches Gen hinein. Dieses Gen ist der Bauplan für ein Eiweiß, dem es gelingt, das System, das für die sofortige Abstoßung eines fremden Organs sorgt, zu bremsen.

Tatsächlich zeigte sich, dass das menschliche Gen in das Erbgut der Schweinespermien verankert wurde. Das führte bei einem Großteil der erwachsenen Tiere dazu, dass sich auch das entscheidende Eiweiß bildete.

Bis zur Praxis ist es allerdings noch ein weiter Weg. Das Gen unterdrückt nämlich nur die kurzfristige Abstoßung. Außerdem bleibt die Gefahr einer Infektion. bas

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