Gesundheit : Mikrobiologen für ihre Forschungen geehrt

HS

Der Senat von Berlin hat die Aronson-Preise für 1999 und 2000 bekannt gegeben. Die mit 20 000 Mark dotierten Forschungspreise gehen an Mediziner, die sich um die Mikrobiologie oder die experimentelle Therapie verdient gemacht haben.

Den Aronson-Preis für 1999 erhielt Ernst Theodor Rietschel, Mikrobiologe an der Medizinischen Universität in Lübeck und zugleich Direktor des Forschungszentrums in Borstel. Er wird für seine bahnbrechenden Untersuchungen zur Beherrschung der Sepsis, der so genannten Blutvergiftung, ausgezeichnet. Während seiner Studien unter anderem in den USA hatte er sich mit Giften beschäftigt, die von Bakterien abgesondert werden (Endotoxine). Er befasste sich auch mit der Endotoxin-Verträglichkeit des Menschen, die bei der Sepsis eine entscheidende Rolle spielt. Seine Arbeiten gelten als Meilenstein auf dem Weg zur medizinischen Beherrschung der Blutvergiftung.

Der Preis für 2000 wurde Andreas Radbruch zuerkannt. Der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Rheumaforschungszentrums in Berlin wurde für seine methodischen Arbeiten bei der Zellseparation und Zellsortierung sowie die Aufklärung der molekularen Grundlagen des Antikörper-Klassenwechsels in B-Lymphozyten geehrt. Diese Forschungen haben das grundsätzliche Verständnis von Immunreaktionen entscheidend erweitert. Sie helfen bei der Entwicklung neuer Therapien gegen Autoimmunerkrankungen oder Allergien und bei verbesserten Impfstrategien gegen gefährliche Infektionskrankheiten.

Beide Preise werden am 8. März im Institut für Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Benjamin Franklin am Hindenburgdamm verliehen. Der seit 1921 vergebene Aronson-Preis ist der höchstdotierte Forschungspreis von Berlin. Die Auszeichnung ist benannt nach dem Berliner Kinderarzt Hans Aronson (1865-1919). Er hatte sich große Verdienste in der Mikrobiologie und Serologie erworben, vor allem durch Forschungen zur Diphterie und Tuberkelbakterien. In späteren Jahren leitete Hans Aronson die damals neu gegründete bakteriologische Abteilung der Chemischen Fabrik Schering.

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