Gesundheit : Mikrobiologie: Nach 250 Millionen Jahren erwacht?

Wissenschaftler aus den USA haben angeblich ein 250 Millionen Jahre altes Bakterium aus seinem "Dauerschlaf" wieder zum aktiven Leben erweckt. Die Forscher um Russell Vreeland von der West Chester University US-Bundesstaat Pennsylvania isolierten den Einzeller aus einem Salzkristall, gaben ihn in eine Nährlösung und regten ihn zum Wachsen an. Es sei damit der langlebigste je entdeckte Organismus, behaupten sie im Wissenschaftsmagazin "Nature" (Band 407, Seite 897). Die Überlebensfähigkeit des Bakteriums erlaube ihm sogar eine Reise zwischen weit entfernten Planeten.

Der pflaumengroße Kristall stammt aus alten Gesteinsschichten bei Carlsbad im US-Staat New Mexico. Eine perlengroße Höhlung im Kristall, die mit Salzlake gefüllt war, ermöglichte dem Organismus das Überleben bis in die heutige Zeit. Als die ersten Saurier mit der Besiedlung der Erde begannen, schloss sich der Kristall um seinen lebenden Inhalt. Das gefangene Bakterium überdauerte die Jahrmillionen vermutlich als Spore - in einem Dauerstadium ohne messbare Stoffwechselaktivitäten.

Der bisherige Rekordhalter seit 1995 war ein rund 30 Millionen Jahre altes Bakterium aus der Gattung Bacillus, das aus dem Hinterleib einer in Bernstein eingeschlossenen fossilen Biene aus der Dominikanischen Republik stammte. Auch der jetzt entdeckte Mikroorganismus gehört nach ersten genetischen Vergleichen zu den Bacillus-Ahnen. Allerdings hatten Forscher bereits bei dem "wiederbelebten" 30 Millionen Jahre altem Bakterium Zweifel angemeldet. Diese dürften bei dem jetzigen Versuch noch viel größer sein, da das Erbmaterial relativ empfindlich ist. Es könnte nämlich auch sein, dass die Salzlake durch neuzeitliche Mikroben "verunreinigt" wurde.

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