Gesundheit : Milde Sonne brachte Skythen nach Europa

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Niederländische Klimaforscher gehen davon aus, dass das Volk der Skythen nur deshalb nach Europa kam, weil sich das Klima veränderte. Die Sonneneinstrahlung schwächte sich um 850 vor Christus ab, berichten sie im „Journal of Archaeological Science“. Das heiße Halbwüstenklima in Südsibirien mäßigte sich und begünstigte die Viehzucht, von der die Nomadenvölker lebten. Bis dahin unbewohnte Regionen in Südsibirien blühten auf – so sehr, dass es für viele zu eng wurde und sie nach Westen zogen.

Etwa 800 vor Christus tauchten die ersten Skythen in Europa auf. Dieses Reitervolk stammte ursprünglich aus Zentralasien und bestimmte für die nächsten Jahrhunderte maßgeblich die politische Landkarte Europas mit. Für die Forschung war es immer ein Rätsel, warum die Skythen sich überhaupt aus ihrer Heimat aufgemacht haben, zumal sie dort bereits ein beachtliches kulturelles Niveau erreicht hatten.

Der Paläoökologe Bas van Geel von der Universiteit van Amsterdam stellte fest, dass vor dem 9. Jahrhundert vor Christus die Region um Tuva ein Gebiet mit wüstenähnlichem Klima war, das nur bescheidene Lebensverhältnisse zuließ. Die Wende kam um 850 vor Christus: Die Temperaturen fielen, es regnete häufiger, Graswuchs breitete sich aus, Weideland entstand. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten wurde aus ehemals gemiedenen Gegend ein Paradies für Nomadenvölker und ihre Viehherden. Es kam zu einer Bevölkerungsexplosion. Die Skythen, die bereits eine große Kunstfertigkeit besaßen, machten sich auf nach Westen. wsa

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