Gesundheit : MIT-Astronomen schaffen eine Skala für kosmische Bombardements

tdp

Astronomen haben eine Gefahrenskala für die Kollision der Erde mit einem Kleinplaneten eingeführt. Sie soll Wissenschaftlern sowie der Öffentlichkeit helfen, das Risiko eines Zusammenstoßes der Erde mit im Weltraum umherfliegenden Himmelskörpern richtig einzuschätzen. Die von dem Planetenforscher Richard P. Binzel vom Massachusetts Institute of Technology entwickelte Abstufung reicht von "null" bis "zehn". Eine "Null" auf der Skala bedeutet, dass eine Kollision mit der Erde ausgeschlossen ist oder der auf sie stürzende Himmelskörper so klein ist, dass er mit Sicherheit beim Eindringen in die Atmosphäre verglüht. Eine "Zehn" dagegen ist erreicht, wenn ein großer Kleinplanet die Erde zweifelsfrei treffen und eine globale Klimakatastrophe auslösen wird.

Astronomen hatten den Vorschlag, Robert P. Binzels Einteilung zu übernehmen, bereits auf einer Tagung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) im Juni in Turin unterbreitet. Die nun von der IAU anerkannte Skala ist nach dem Tagungsort benannt und trägt die Bezeichnung "Torino Impact Hazard Scale". Die Risikoabschätzung ähnelt in ihren Kriterien der für die Erdbebengefahr geltenden Richter-Skala. Entscheidend sind die Größe und die Geschwindigkeit des auf uns zurasenden Himmelskörpers sowie die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenpralls mit der Erde.

Ein Beispiel für einen solchen Himmelskörper ist der am 13. Januar dieses Jahres entdeckte Asteroid AN 10. Genaue Bahnberechnungen deutscher Amateur-Astronomen haben inzwischen ergeben, dass der etwa ein Kilometer große Felsbrocken am 7. August 2027 in rund 400 000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbeifliegen wird. Auch in den Jahren 2044 oder 2069 wird er nicht auf die Erde prallen. Er ist damit auf der neuen Skala - entgegen zuvor geäußerten Befürchtungen - am unteren Ende bei "null" einzustufen.

Experten begrüßen die Einführung der Skala vor allem deshalb, weil dank neuer Teleskopen mittlerweile immer mehr kleine, dunkle Himmelskörper frühzeitig in unser Blickfeld gelangen. Im Rahmen eines Forschungsprogrammes am Massachusetts Institute of Technology etwa entdeckten Astronomen in jüngster Zeit 228 Asteroiden, die nah an der Erde vorbeifliegen. Die Beobachtung solcher Objekte ist wegen der möglichen Gefahr für die Menschheit von großer Bedeutung. Einmal in 100 000 bis eine Million Jahren trifft - Modellrechnungen zufolge - ein Asteroid, der größer als ein Kilometer ist, die Erde. Der Einschlag eines solchen Himmelskörpers auf der Erde soll vor rund 65 Millionen Jahren unter anderem zum Aussterben der Dinosaurier geführt haben.

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