Gesundheit : Mit Ratio gegen Quacksalberei

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Streng der Vernunft verpflichtet, so verstehen sich die derzeit rund 630 Mitglieder der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP). Als wahr gilt, was sich mit wissenschaftlichen Methoden beweisen lässt. Besonders gerne nehmen die modernen „Skeptiker“ (so auch der Titel ihrer Zeitschrift) „paranormale" Phänomene wie Ufos oder Geistheilen unter die Lupe. Auf der Jahrestagung in der Treptower Archenhold-Sternwarte standen jetzt vor allem medizinische Außenseiterverfahren auf dem Prüfstand.

„Eine Schieflage" sieht GWUP-Geschäftsführer Amardeo Sarma bei der Propagierung medizinischer Therapien. Vermeintliche positive Wirkungen würden groß herausgestellt, kritische Aspekte dagegen eher verschwiegen. Sarma beklagt eine Gesetzeslücke, da etwa Nahrungsergänzungsmittel, die mit medizinischen Wirkungen werben, sich keiner Prüfung oder Zulassung unterziehen müssen. Auch an Methoden wie Homöopathie oder Anthroposophie müssten die gleichen Standards angelegt werden wie an andere medizinische Richtungen.

Deshalb fordert Sarma auch hier kontrollierte Doppelblindstudien, in denen eindeutige Vorteile gegenüber einer Behandlung mit Scheinmedikamenten (Placebos) nachweisbar sein müssten.

Speziell mit Elektro- und Magnetotherapie beschäftigte sich Roland Glaser, emeritierter Professor für Biophysik an der Humboldt-Universität und ehemaliges Mitglied der Strahlenschutzkommission. „Pulsierende Felder bauen defekte Gelenke wieder auf" oder „Magnetfeldtherapie hilft von A-Z" - ob solche Versprechungen aus Annoncen und Hochglanzbroschüren eingehalten werden können, wollte Glaser nicht pauschal beantworten. Manches sei allerdings leicht als „Quacksalberei und Dummenfang" zu entlarven. Magnetarmbänder, die Hilfe bei vielen Erkrankungen bringen sollen, gehören demnach dazu.

Bei anderen Verfahren seien die Wirkungen zwar nicht bewiesen, aber immerhin „im Rahmen des Möglichen". Dazu zählt Glaser die Stimulation mit magnetischen Feldern zur Knochenheilung. Eine „klare wissenschaftliche Basis und nachgewiesene Effektivität" gebe es dagegen für die therapeutischen Wirkung elektromagnetischer Felder. Dabei werde dem Gewebe wirksamer Wärme zugeführt als von außen durch Rotlicht oder einen warmen Umschlag. Aus der Praxis eines Neurologen sei Magnetfeldstimulation nicht mehr wegzudenken, ganz zu schweigen von Diagnosemethoden wie EKG, EEG oder Magnetoenzephalogramm. Paul Janositz

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