MITARBEITER DER WOCHE : Der Anatomiedozent, der Schädel erforscht

Name



Andreas Winkelmann, 50

Beruf

Anatomiedozent und Lehrkoordinator

Alltag

Über 200 Jahre alt sind manche Stücke aus der Anatomischen Sammlung der Charité, die auf König Friedrich Wilhelm I. zurückgeht. „Die Organe, Schädel oder Knochenteile, die wir hier ausstellen, dienten noch im 19. Jahrhundert Forschungszwecken. Heute sind sie vor allem kulturhistorisch von Interesse“, erklärt Andreas Winkelmann, der die Sammlung betreut und Anfragen nach Ausleihen bearbeitet. Der gebürtige Bielefelder hat in Münster studiert und kam 2001 an die Charité, wo er im Hauptberuf anatomische Vorlesungen hält, also den Studierenden Aufbau und Struktur des gesunden menschlichen Körpers nahebringt. Außerdem ist Andreas Winkelmann einer der beiden Leiter des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten „Human Remains Project“, das Geschichte, Herkunft und Erwerbskontext von rund 5000 Schädeln und Skelettteilen aus dem Bestand der Charité erforscht, die während der Kolonialzeit nach Berlin kamen. Ziel ist unter anderem, adäquat auf Restitutionsforderungen aus den Herkunftsländern reagieren zu können. Erst im April hat die Charité Gebeine an indigene Gemeinschaften Australiens zurückgegeben. Foto: Mike Wolff/Text: uba

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