MITARBEITER DER WOCHE : Der Arzt der Flüchtlingshelfer

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Christian Pross. -Foto: Mike Wolff

Name
Christian Pross, 61

Beruf
Arzt für Allgemeinmedizin und Psychotherapie und Supervisor

Alltag
Christian Pross für ein Interview zu bekommen ist nicht leicht. Gerade ist der Charité-Honorarprofessor aus Georgien zurückgekommen, wo er Menschenrechtsorganisationen beraten hat, die traumatisierten Flüchtlingen helfen. Pross ist ständig irgendwo in der Welt unterwegs, und wenn er sich in seinem Büro oder in der Bibliothek des von ihm mitbegründeten Zentrums für Folteropfer in Berlin aufhält, dann kommt die Welt zu ihm. Denn das Moabiter Behandlungszentrum, das Pross bis 2003 geleitet hat, hilft Patienten aus Afrika, Tschetschenien oder dem Nahen Osten medizinisch und psychotherapeutisch. Jetzt hat Pross, der auch eine Ausstellung zur Medizin im Nationalsozialismus erarbeitet hat, seine jahrelangen Erfahrungen aus der Arbeit mit Krisenorganisationen in dem Buch „Verletzte Helfer“ (Klett-Cotta) veröffentlicht. Darin hat er 72 Krisenhelfer interviewt und festgestellt, dass mangelnde professionelle Distanz und narzisstische Retterphantasien die Helfer selbst gefährden können. Am 26. Januar um 20.30 Uhr stellt er das Buch in der Buchhandlung Lehmanns, Hardenbergstraße 5, vor. Foto: Mike Wolff/Text: uba

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