MITARBEITER DER WOCHE : Der Chirurg, der falsche Eingriffe verhindert

Name

Falk Reuther, 51

Beruf

Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie in den DRK-Kliniken Köpenick

Alltag

Es klingt wie ein Albtraum: Der falsche Patient oder die falsche Stelle wurden operiert. In einem von rund 30 000 Fällen kommt so etwas tatsächlich vor. Aber was bedeutet schon Statistik? „Für den Betroffenen sind es immer hundert Prozent“, sagt Falk Reuther, der an australischen Kliniken beobachtet hat, wie hoch dort Patientensicherheit gehalten wird. Im Januar 2008 initiierte er – mit als Erster in Berlin – ein Verfahren zur Vermeidung von Eingriffsverwechslungen. Die Stelle, die operiert werden soll, wird markiert, der Patient vor der Übernahme in den OP und vor der Narkose noch einmal identifiziert. Eine letzte Überprüfung, das sogenannte Time Out, findet vor dem ersten Schnitt statt. Dann muss das ganze OP-Team bestätigen, dass der richtige Patient anwesend ist. Für die Umsetzung des Verfahrens hat die amerikanische Joint Commission International die DRK-Kliniken Berlin als einzigen Klinikverbund deutschlandweit zertifiziert. Erst seit einigen Jahren, so Falk Reuther, würde die Ärzteschaft offener damit umgehen, dass auch sie Fehler machen kann. Foto: Thilo Rückeis/Text: uba

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