MITARBEITER DER WOCHE : Die Chirurgin für die Schilddrüse

Name



Hannelore Heidemann, 51

Beruf

Leiterin des Zentrums für Endokrine

Chirurgie am Martin-Luther-Krankenhaus in Berlin-Grunewald

Alltag

Die Schilddrüse – ein Organ in Form eines Schmetterlings unterhalb des Kehlkopfes – produziert Hormone, die den Energiehaushalt regeln. „Ist sie in ihrer Funktion gestört, kann sie sich vergrößern und es bildet sich ein Kropf“, erklärt Hannelore Heidemann, die schon mehr als 4500 Schilddrüsen operiert hat. So ein Kropf entsteht zum Beispiel, weil das Gehirn das Signal bekommt, dass Schilddrüsenhormon fehlt. Um den Mangel auszugleichen, baut die Drüse mehr Zellen auf. „Meist zeigt sich die Fehlfunktion aber schon bevor Schluckbeschwerden auftreten oder der Kropf sichtbar wird“, sagt die Chirurgin. Die häufigste Ursache ist Jodmangel – Jod braucht das Organ zur Hormonbildung. „Durch den Zusatz von Jod in Nahrungsmitteln ist das in Ländern wie Deutschland aber selten geworden“, sagt Heidemann. Sie behandelt auch viele Patienten mit Schilddrüsenkrebs oder Autoimmunkrankheiten. Wurde die Schilddrüse entfernt, bekommen sie ein Leben lang künstliche Hormone. „Zum Glück merkt das Gehirn den Unterschied nicht, sodass sie fast so leben können wie mit Schilddrüse.“ Foto: Mike Wolff/ Text: dal

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