Gesundheit : Mithilfe einer neuen Kampagne will die WHO bis Jahresende die Krankheit ausrotten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will die Kinderlähmung bis Ende des Jahres vollständig ausrotten. Jetzt bestehe die Chance, die Polio-Krankheit ein für alle Mal zu besiegen, sagte WHO-Direktorin Gro Harlem Brundtland am Donnerstag beim Start der Kampagne "Endgültiger Vorstoß zur Polio-Ausrottung im Jahr 2000" in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. Wenn dieses Ziel nicht erreicht werde, bedeute dies ein Versagen gegenüber den Kindern der Welt. Zu einem späteren Zeitpunkt werde es wesentlich schwieriger und teurer werden, die Krankheit zu bekämpfen.

Seit dem Start des Anti-Kinderlähmungsprogramms der WHO vor zwölf Jahren ist die Zahl der gemeldeten Erkrankungen pro Tag von 1000 im Jahr 1988 auf 30 gesunken. Vor allem in Afrika und Asien ist Polio jedoch auch heute noch verbreitet. 70 Prozent aller Fälle treten in Indien auf. "So lange noch ein Kind mit Kinderlähmung infiziert ist, sind die Kinder weltweit von der Krankheit bedroht", warnte Brundtland. Es sei an der Zeit, die tückische Krankheit in die Geschichtsbücher zu verbannen. Die am Donnerstag gestartete Impf-Kampagne kostet umgerechnet rund 1,9 Milliarden Mark.

Derzeit tritt Kinderlähmung noch in 30 Ländern der Welt auf. In Europa ist sie mit Ausnahme der Türkei bereits ausgerottet, ebenso in China und auf dem amerikanischen Kontinent. Die durch Tröpfchenübertragung ausgelöste Krankheit führt vor allem bei Kleinkindern innerhalb weniger Tage zu Lähmungen. Sie ist nicht heilbar, kann aber durch Schluckimpfung verhütet werden. Brundtland betonte die Dringlichkeit zum Sieg über die Krankheit. Sie hob hervor, dass etwa die seit 1979 ausgerotteten Pocken heutzutage nicht mehr hätten besiegt werden können, weil mit dem Aidsvirus infizierte Menschen den Impfstoff nicht vertrügen. Ähnliche Entwicklungen bei Polio müssten verhindert werden.

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