Gesundheit : Mögliche Therapie für Alzheimer

Forscher aus Dresden haben bei Labormäusen einen neuen Ansatz zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit getestet. Das Verfahren hemme einen der wichtigsten Auslöser, das Enzym Beta-Sekretase, wie die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik jetzt im Journal „Science“ (Band 320, S. 520) schreiben. Bei Alzheimer-Mäusen sei so die Bildung der für die Demenz typischen Beta-Amyloid-Eiweiße nach vier Stunden um rund die Hälfte gesunken. Teamleiter Kai Simons warnte aber vor verfrühten Hoffnungen. Eine mögliche Therapie sei frühestens in zehn Jahren zu erwarten.

Verklumpte Amyloid-Ablagerungen (Plaques) gelten als auffälligste Veränderung in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten. Diese Ablagerungen sammeln sich allmählich an und schädigen die Hirnzellen, bis diese schließlich absterben. „Die Plaques entstehen, wenn ein bestimmtes Eiweiß, das Amyloid-Precursor-Protein (APP), von dem Enzym Beta-Sekretase zerschnitten wird“, erklärt Simons. Bisherige Therapie wirkten nicht gezielt sondern nur breitgestreut. Die Forscher versahen nun Wirkstoffe, die das Enzym Beta-Sekretase hemmen, mit einer Art Anker. So konnten sich die Wirkstoffe in der Zellmembran festhaken. Die neuartigen Hemmstoffe würden so genau an den Ort in der Zelle gebracht, wo die Beta-Sekretasen aktiv sind, sagt Simons. Erste Experimente hätten sowohl in Zellkulturen als auch in lebenden Organismen gezeigt, dass die neuartigen Hemmstoffe um ein Vielfaches effektiver seien als bisher auf dem Markt erhältliche Präparate. (dpa)

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