• Möglicherweise die geniale Idee zur Verkürzung der Studienzeiten: Orientierungshilfen im bald neurenovierten Hauptgebäude der FU

Gesundheit : Möglicherweise die geniale Idee zur Verkürzung der Studienzeiten: Orientierungshilfen im bald neurenovierten Hauptgebäude der FU

Anna Kochs

Selbst die Universitäten in Berlin bleiben von der um sich greifenden Sanierungswut nicht verschont. Seit rund einem Jahr sind die Arbeiten an den Gebäuden der Freien Universität (FU) an der Habelschwerdter Allee im Gange. Die Sanierung der Silberlaube ist bereits abgeschlossen, nun ist die Rostlaube an der Reihe, bei der Fassade und Dächer erneuert werden. Die marode Außenhaut des 1978 in Betrieb genommenen Gebäudes aus Corten-Stahl wird durch eine Fassade aus Baubronze ersetzt. "Das Material ist anfangs glänzend und wird dann matt, ähnlich der alten Fassade", sagt Peter Kunze, Leiter der Technischen Abteilung der FU.

Zudem wird die Rostlaube auch räumlich neu gestaltet. Der Komplex soll schöner und übersichtlicher werden. "Die Institute werden in sich geschlossene Bereiche sein, mit einem zentralen Eingang", so Kunze. "K wird die Haupteinfallsstraße, L und J werden verkleinert." Verkaufsstände und zusätzliche Sitzplätze sollen die Rostlaube wohnlicher machen. Mit der Sanierung halten auch die audiovisuellen Medien Einzug in die Unigebäude. Künftig können Dozenten in den mit Video-Beamern ausgestatteten Hörsälen Bilder direkt mit dem Laptop an die Wand projizieren. Eine neue Telefonanlage wird im Dezember in Betrieb genommen.

Zur Zeit befindet sich der Hörsaalstrakt der Rostlaube im Umbau. Für die Studierenden wird sich gegenüber dem letzten Semester nicht viel ändern. Auch weiterhin müssen Seminare und Vorlesungen in andere Räume oder den Henry-Ford-Bau an der Garystraße ausgelagert werden. Weitere Ausweichquartiere für die Zeit der Bauarbeiten bieten die Container auf dem Parkplatz an der Fabeckstraße. Höhepunkt der Sanierungsarbeiten ist der Bau einer philologischen Gemeinschaftsbibliothek. Das 6500 Quadratmeter große Gebäude, das Norman Foster entworfen hat, wird in die Struktur der Rostlaube eingepasst. Der Konstruktion aus Stahl und Glas müssen die ehemaligen Räume des historischen Instituts weichen. "Das Modell sieht sechs Benutzerebenen mit vielen Leseplätzen vor", erklärt Kunze. Bevor die Germanisten, Romanisten und Anglisten in den Genuss der gläsernen Bibliothek mit Kuppel kommen, werden aber noch einige Semester ins Land ziehen. Die Bauzeit ist auf vier Jahre veranschlagt. Damit der Lehrbetrieb so wenig wie möglich leidet, wird abschnittsweise vorgegangen. Trotzdem müssen sich die Studierenden auf eine ordentliche Portion Baulärm gefasst machen. "Vor allem die Lüfter, mit denen bei der Asbestentsorgung gearbeitet wird, sind sehr laut", so Kunze.

Ist die Silberlaube schon komplett von demschädlichen Baustoff befreit, können die Studierenden auch in der Rostlaube bald gefahrlos aufatmen. Nachdem 1990 der Asbestgehalt nachgewiesen wurde, waren die Decken provisorisch mit Klebeband versiegelt worden. Trotz Sanierung bleibt es weiterhin eng in den Lauben der FU. So eng, dass der Bücherkeller des Förderkreises der Germanistik bald seine Pforten schließen muss. "Wenn die Baumaßnahmen beginnen, muss der Bücherkeller geräumt werden", bedauert Kunze, der keinen neuen Raum zur Verfügung stellen kann. "Wir platzen aus allen Nähten."

Völlig offen ist nun die Frage, was mit den rund 30 000 Büchern geschehen soll, die im Bücherkeller auf einen neuen Besitzer warten. "Wir bräuchten rund 200 Quadratmeter, um die Bücher zwischen zu lagern, bis eine Lösung gefunden ist", meint Christian Büttrich, der Bibliotheksleiter. Spätestens am 10. Dezember muss er den Keller geräumt haben. Der Erlös aus dem Verkauf der Bücher wurde bisher für Neuanschaffungen für die germanistische Bibliothek verwendet. Studierenden, die sich über die Baumaßnahmen auf dem Laufenden halten wollen, rät Kunze auf Aushänge in Rost- und Silberlaube und in den Fachbereichen zu achten.

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