Gesundheit : MPG und DFG erhalten eigenes Budget und somit mehr Eigenverantwortung

Heiko Schwarzburger

Bund und Länder wollen die staatliche Aufsicht über die großen Forschungsorganisationen lockern. Künftig werden sowohl die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) für Grundlagenforschung als auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) feste Budgets erhalten, über die sie eigenständig entscheiden. Bisher wurden ihre Etats durch das Bundesforschungsministerium verwaltet, die Freigabe größerer Summen lag in den Händen der Ministerialbürokratie. Für beide Organisationen sollen die Etats in den kommenden Jahren wachsen, über den konkreten Zuwachs sind sich Bund und Länder aber noch uneins.

Die zuständige Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung einigte sich bei ihrer jüngsten Tagung in Berlin auch darauf, die verschiedenen DFG-Programme ab 2002 nach einem einheitlichen Verteilungsschlüssel für Bund und Länder zu finanzieren. Bisher kennen die Vorschriften zu den Förderanträgen fünf verschiedene Schlüssel. Bei Sonderforschungsbereichen schießt der Bund drei Viertel der bewilligten Fördersumme zu, die Länder tragen ein Viertel. Bei Graduiertenkollegs kommen jeweils die Hälfte vom Bund und vom Land. "Mit einem Schlüssel können wir selbst entscheiden, für welche Programme wir mehr Geld ausgeben", begrüßte Ernst-Ludwig Winnacker, Präsident der DFG, die Einigung. Allerdings stehen auch hier noch konrete Zahlen aus: "Über die genaue Verteilung wollen wir uns bis zum Ende dieses Jahres mit den Ländern einigen", stellte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn in Aussicht.

Um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, will die MPG gemeinsam mit den Universitäten zwölf internationale Forscherschulen gründen. "Aber wir kriegen erst richtig Luft, wenn der Ausbau unserer 20 Institute in den neuen Bundesländern abgeschlossen ist", meinte Hubert Markl, Präsident der MPG. "Bis 2003 müssen wir sehen, was angesichts des engen finanziellen Spielraumes für den Forschernachwuchs machbar ist." Die DFG öffnet ihre Programme für Forscher, die nicht an einer Uni angestellt sind.

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