Gesundheit : München im Welt-Ranking wieder vorn Chinesen disqualifizieren Berliner Universitäten

Anja Kühne

Deutschlands beste Universität ist die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Im neuen Schanghai-Ranking der 500 weltbesten Universitäten verweist die LMU die TU München, im Vorjahr auf Platz 1 in Deutschland, auf den zweiten Platz. Die TU München fiel von ihrem weltweit 45. Platz im vergangenen Jahr auf Platz 52 zurück, während die LMU sich auf Platz 51 hielt. Die drittbeste deutsche Uni ist der Liste nach die Universität Heidelberg, international liegt sie auf Platz 71. Weltweiter Spitzenreiter ist wie im vergangenen Jahr Harvard, gefolgt von Cambridge und Stanford (im Vorjahr auf Platz zwei). Die beste deutschsprachige Hochschule ist die ETH Zürich (Platz 27).

Die einzige gelistete Berliner Hochschule, die TU Berlin, liegt international in der Gruppe mit den Plätzen zwischen 203 bis 300, für die keine Einzelplatzierungen ausgewiesen werden. Die beiden anderen Berliner Universitäten, die Humboldt-Universität und die Freie Universität, sind in der Liste nicht mehr aufgeführt. Offenbar ist diese Disqualifizierung die Antwort der Hochschulforscher von der Schanghai Jiao Tong University auf monatelange Streitereien zwischen den beiden Hochschulen. Dabei geht es darum, wer in dem Ranking die Nobelpreisträger seit 1911 (nach Schanghai-Kriterien 16) angerechnet bekommt.

Ursprünglich hatten die Chinesen sie der FU zugeschlagen, die deshalb beim Schanghai-Ranking von 2003 auf Platz 95 lag, während die HU nur in die Gruppe mit den Rängen 152 bis 200 kam. Die HU beschwerte sich bei den Forschern – mit Erfolg. Im nächsten Ranking im Jahr 2004 wurden nun der HU die Nobelpreise zugeschlagen, die damit auf Platz 95 aufstieg, während die FU auf die Ränge 202 bis 315 abrutschte.

Das wollte FU-Präsident Dieter Lenzen jedoch nicht hinnehmen. Aus seiner Sicht ist die HU nicht anders als die FU eine Nachkriegsgründung. Die FU habe aber die „moralische Nachfolge“ der 1810 von Humboldt gegründeten Berliner Universität angetreten, indem sie den Humboldt’schen Geist vor der kommunistischen Diktatur bewahrt habe. Lenzen schlug vor, Schanghai solle die Nobelpreise beiden Unis zugestehen – was HU-Präsident Jürgen Mlynek ablehnte. Es folgte eine heftige, öffentlich geführte Diskussion um die Berliner Wissenschaftsgeschichte. Beide Uni-Präsidenten schickten im Frühjahr E-Mails nach Schanghai, um ihre Sicht auf die Dinge darzustellen. Die chinesischen Forscher haben nun eine Positionierung im Streit um die Geschichte vermieden, indem sie beide Hochschulen nicht mehr beachten.

Das neue Ranking im Internet:

http://ed.sjtu.edu.cn/ranking.htm

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