Gesundheit : Muss Berlin dreimal Deutsch anbieten?

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Die Agrarwissenschaften sind in Berlin einzigartig. Das zu sagen ist den Forschern dieser Fakultät an der HumboldtUniversität wichtig. Denn die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät soll geschlossen werden. Viele andere Fächer sind nicht einzigartig in Berlin, betonen die Agrarwissenschaftler – und suggerieren damit: Wenn die Uni-Leitungen schon sparen müssen, dann zuerst dort.

13 Studiengänge gibt es in Berlin gleich dreifach, zeigt eine Tabelle, die die Agrarwissenschaftler zu ihrer eigenen Verteidigung an die Öffentlichkeit verschicken. Dazu gehören etwa die Wirtschaftswissenschaften, Germanistik, Informatik, Chemie oder Geschichte. Doppelt im Angebot hat Berlin etwa die Rechtswissenschaften, Philosophie, Biologie oder Ethnologie. Bieten sich diese Fächer besonders zum Wegsparen an?

In der Tat haben die Unis in der Vergangenheit Doppelangebote gestrichen, um zu sparen. Die Humboldt-Universität verlor etwa ihre Theaterwissenschaften, die FU ihre Sportwissenschaften. Die medizinischen Fakultäten von FU und Humboldt-Uni wurden fusioniert, um zu sparen. Der Wissenschaftsrat, das wichtigste Expertengremium in Deutschland, hat jedoch nie gesagt, dass Doppel- oder Dreifachangebote generell abgebaut werden müssen. Schon deshalb nicht, weil der Wissenschaftsrat die Zahl von 85 000 ausfinanzierten Studienplätzen in der Hauptstadt für das Minimum hält.

So befürwortet der Wissenschaftsrat, die Fächer Anglistik, Germanistik und Romanistik sowohl an der FU als auch an der Humboldt-Uni anzubieten. Wenn beide ihren Angeboten ein eigenes Profil geben, können sie in einen fruchtbaren Wettbewerb zueinander treten. Zugleich sollen sie in der Lehre zusammenarbeiten und etwa gemeinsame Studiengänge planen. Auch an der TU soll es eine Germanistik geben, die sich aber von den beiden anderen Germanistiken in Berlin abheben soll. Abgesehen von der Ausbildung der Berufsschullehrer soll die TU aber nach Auffassung des Wissenschaftsrats ihre Lehrerausbildung abwickeln – das zu tun weigert sich die TU jedoch bislang. Viele Ratschläge des Wissenschaftsrats sind von den Unis und der Politik missachtet worden. Dazu könnte bald auch der Rat gehören, dass Berlin eine Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät an der Humboldt-Uni haben soll – mit 31 Professuren. akü

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