Gesundheit : Mutterliebe beeinflusst das Mäusehirn

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Vernachlässigt eine Mutter ihr Kind, verändert dies die Hirnstruktur des Kindes. Zumindest bei Mäusen lässt sich das eindeutig nachweisen. Allerdings scheint es Vernachlässigung auch beim Menschen ähnliche Wirkungen zu haben. Dies berichtete der Neurowissenschaftler Wayne Brake von der Universität von Kalifornien in Santa Barbara auf der Tagung "Society for Neuroscience". An dem Treffen in San Diego nahmen 25 000 Hirnforscher teil.

Bei Mäusen führt die Vernachlässigung dazu, dass bestimmte Gene schlicht nicht "abgelesen" werden, wie berichtet wurde. Bei Mäusen beträgt die Aufzucht nur sieben Tage. Brake trennte eine Gruppe von Mäusejungen an jedem dieser Tage für drei Stunden von der Mutter. Danach analysierte er 30 000 Gene in zwei Hirnarealen, um zu sehen, ob sich die Stunden der Ternnung auf das Ablesen der Gene ausgewirkt hatte.

Das Resultat: Mehrere Gene, die an der Steuerung von Hirnverbindungen beteiligt sind, waren nicht in der üblichen Weise abgelesen worden. Betroffen waren unter anderem Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin benutzen.

Beim Menschen gehen psychische Krankheiten häufig mit einer Störung des Dopaminsystems einher. Schizophrene Patienten zeigen oft ein Zuviel an Dopamin, bei Depressionen dagegen mangelt es häufig an dem Botenstoff.

Offen bleibt, inwiefern sich die Mäusestudien auf den Menschen übertragen lassen. Unstrittig ist jedoch, dass die Vernachlässigung von Kleinkindern verheerende Folgen hat. So gehen viele Entwicklungsstörungen, die das Gewicht und das Wachstum des Kindes betreffen, auf Vernachlässigung zurück.

Verschiedene Faktoren scheinen die Vernachlässigung von Kindern zu begünstigen. Dazu gehören: ein besonders junges Alter der Mutter, ungewollte Schwangerschaft, Fehlen des Vaters und das Fehlen von Unterstützung durch Freunde oder Familie.

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