Gesundheit : Nährstoff-Recycling im Korallenriff

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Korallen sind die Baumeister der Riffsysteme. Die stabilen Kalkskelette sind aber nicht ihre einzigen Werke. Steinkorallen erzeugen massenhaft Schleim. Die starke Schleimproduktion dient offenbar dazu, Nährstoffe innerhalb des Ökosystems Riff anzureichern. Christian Wild vom MaxPlanckInstitut für marine Mikrobiologie in Bremen und seine Kollegen haben jetzt entdeckt, dass der Korallenschleim Energie speichern und innerhalb des Riffs transportieren kann.

Die Korallenstöcke der Gattung Acropora bedecken weite Teile des Großen Barriere-Riffs vor der Ostküste Australiens. Mit Hilfe einzelliger Algen fällen sie Kalk aus dem Meerwasser und schaffen daraus ihre imposanten Bauwerke. Zudem versorgen die Einzeller die Korallen mit energiereichen Verbindungen, meist in Form von Zucker. Die Korallen verwenden den Zucker hauptsächlich zur Produktion großer Mengen von Schleim, den sie ins Meerwasser abgeben.

Bislang glaubten Forscher, der Schleim sei ausschließlich zur Oberflächenreinigung der Korallen nütze und schütze sie vor dem Austrocknen. Forscher um Christian Wild haben jetzt entdeckt, dass der Schleim im Recycling-System von Korallenriffen wie ein Motor funktioniert. Darüber berichten sie im Fachmagazin „Nature" (Bd. 428, S. 66).

Der Großteil des Schleims löst sich sehr schnell im Meerwasser. Die Bakterien des Riffs nutzen ihn als Nahrungsquelle. Die dabei entstehenden Abbauprodukte düngen wiederum die Einzeller in den Korallen und andere Algen, die im Korallenriff leben.

Außerdem erzeugen die Steinkorallen gelartige Schleimfäden, die sich vom Korallenstock lösen und aufsteigen. Auf dem Weg nach oben fängt der klebrige Schleim Bakterien, Algen und Plankton ein. Schließlich bildet er einen gelben Teppich an der Wasseroberfläche, bevor dieser in Stücke zerfällt und zum Meeresboden sinkt. Dort steht das nährstoffreiche Material den Riffbewohnern wieder als Nahrung zur Verfügung. sul

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