Gesundheit : Neue Chance auf eine Professur

DFG startet Heisenberg-Programm

Amory Burchard

Nachwuchswissenschaftler bekommen eine weitere Chance auf eine Professur: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat mit der „Heisenberg-Professur“ ein neues Programm für die akademische Forschung und Lehre gestartet. Die DFG rechne damit, etwa 20 Stellen pro Jahr zu fördern, sagt der Programmbeauftragte Paul Heuermann.

Bewerber müssen zunächst ihre Hochschule bewegen, eine Professur für sie zu schaffen. Diese Stelle soll eine „strukturelle Weiterentwicklung“ für die Uni bedeuten. Die Bewerber werden dann von der DFG begutachtet – und durchlaufen zusätzlich ein Berufungsverfahren der Hochschule. Die Forschungsgemeinschaft finanziert die W-2-Stellen für fünf Jahre. Die Hochschulen verpflichten sich im Gegenzug, positiv evaluierte Professoren auf eine Dauerstelle zu übernehmen – „soweit dies landesrechtlich zulässig ist“.

Potenzielle Bewerber reagierten „euphorisch“ auf das Angebot der DFG, aus den Hochschulen seien allerdings auch kritische Stimmen zu hören, sagt Heuermann. „Für die Unis ist es fraglich, ob sie sich so langfristig binden wollen, und einige sehen das Programm als starken Eingriff in ihre Angelegenheiten.“

DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker versteht das nach dem Physiker Werner Heisenberg benannte Programm als Einstieg in den Tenure track. „Eine wesentliche Schwäche unserer Nachwuchsförderung ist bislang die fehlende Perspektive auf eine Professur.“ Diese Möglichkeit wolle die DFG jetzt den „handverlesenen Besten“ eröffnen.

Um eine Heisenberg-Professur bewerben können sich Nachwuchswissenschaftler aller Fachdisziplinen, die sich schon im Emmy-Noether-Programm oder als Heisenberg-Stipendiaten der DFG, auf DFG-Projektstellen, als Forscher in der Wirtschaft, im akademischen Mittelbau, als Juniorprofessoren oder durch Habilitationen qualifiziert haben. Das Programm richtet sich auch an deutsche Rückkehrer aus dem Ausland. Eine Altersgrenze für die Bewerbung um Heisenberg-Professuren gibt es nicht – im Gegensatz zur ansonsten vergleichbaren Lichtenberg-Professur der Volkswagen-Stiftung, für die die Bewerber nur in Ausnahmefällen über 35 Jahre alt sein dürfen.

Die Lichtenberg-Professoren haben vor der ebenfalls garantierten Übernahme durch die Hochschule allerdings länger Zeit, sich zu bewähren: Bis zu acht Jahre finanziert die VW-Stiftung die Stellen. Und sie sind auch besser ausgestattet als die neuen DFG-Professuren – mit Fördergeld auch für Mitarbeiterstellen und Sachmittel. Heisenberg-Professoren müssen solche Mittel zusätzlich bei der DFG beantragen.

Informationen im Internet:

www.dfg.de/forschungsfoerderung/nachwuchsfoerderung/heisenberg/index.html

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