Gesundheit : Neue Stärken zeigen

Drei Cluster, eine Graduiertenschule: Die Technische Universität geht mit jungen Professoren ins Rennen

Uwe Schlicht

Anderthalb Jahre haben die deutschen Universitäten auf den Exzellenz-Wettbewerb gewartet. Mitte Juni gaben Bund und Länder grünes Licht: Um insgesamt 1,9 Milliarten Euro konkurrieren die Hochschulen nun bundesweit. Gefördert werden Graduiertenschulen, Forschungscluster – und bis zu zehn Unis für ihre Forschungsstrategie. Wir stellen in loser Folge vor, mit welchen Schwerpunkten sich die Berliner und andere große Hochschulen bewerben wollen.

Die Technische Universität Berlin stand in den vergangenen Jahren im Schatten der anderen beiden großen Berliner Unis und drohte zum Sorgenkind der Politik zu werden. Während Freie und Humboldt-Universität mit immer mehr Sonderforschungsbereichen reüssierten, verlor die TU hier an Substanz. Früher hatte sie acht Sonderforschungsbereiche, heute sind es nur noch drei.

FU und HU bewerben sich im Exzellenzwettbewerb nicht nur um Graduiertenschulen und Forschungscluster, sie erben auch Anspruch auf die zusätzliche Förderung als Eliteuniversitäten. Die TU verzichtet darauf – und geht mit drei Forschungsclustern und einer Graduiertenschule in den Wettbewerb (siehe unten).

„Wir möchten den Wettbewerb nutzen, um der Stadt und der deutschen Konkurrenz zu zeigen, wie gut wir sind“, sagt TU-Präsident Kurt Kutzler. Dennoch stehen die Zeichen in Berlin nicht nur auf Konkurrenz, sondern auch auf Zusammenarbeit. Die drei Berliner Universitäten treten im Wettbewerb mit einem gemeinsamen Cluster in den Lebenswissenschaften an. Unter Federführung der Charité kooperieren sie mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und Max-Planck-Instituten. Die TU bringt ihre Medizintechnik ein.

Ein weiteres Beispiel für die Zusammenarbeit ist das Mathematikzentrum unter Federführung der TU. Eigentlich besitzt die Uni damit bereits einen Forschungscluster. Aber der wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft schon als „Forschungszentrum Mathematik für Schlüsseltechnologien“ gefördert. Ein großer Erfolg: In ganz Deutschland gibt es nur fünf solcher Zentren.

Das Problem der TU bleibt der Generationswechsel. Ältere Leistungsträger, die vor acht Jahren Sonderforschungsbereiche eingeworben hatten, sind im Ruhestand. Seit dem Jahr 2000 wurden 100 Professuren neu besetzt. Der Exzellenzwettbewerb bietet jetzt den jungen Professoren die Chance, gemeinsame Konzepte für disziplinübergreifende Forschung zu entwickeln. In fünf Jahren wolle die TU „auf gleicher Höhe mit den technischen Universitäten in München, Aachen und Stuttgart stehen“, sagt Präsident Kutzler.

Bisher erschienen: Humboldt-Universität (27. Juni), Freie Universität (4. Juli).

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