Gesundheit : Neue Studiengänge: Wer was wird, wird Entsorgungswirt

Stefanie Dorn

Die deutschen Hochschulen wollen sich verstärkt für ausländische Studenten öffnen und durch die Einführung international anerkannter Abschlüsse auch einheimischen Studenten und Fachleuten den Weg ins Ausland erleichtern. Auch bei den Politik-, Rechts-, und Wirtschaftswissenschaften setzen sich deshalb immer mehr Studiengänge durch, die mit einem internationalen Ansatz besonders berufsbezogen und fächerübergreifend ausbilden.

So bietet die Eberhard-Karls-Universität in Tübingen in Zusammenarbeit mit dem baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung zum Wintersemester 2000 / 01 den einjährigen Studiengang "Master of European Studies" (MEUS) an. Der Postgraduierten-Studiengang richtet sich vorrangig an besonders gute Absolventen eines juristischen, wirtschaftlichen oder politikwissenschaftlichen Studiums einer deutschen oder ausländischen Hochschule. "Dieser Studiengang soll auf akademisch anspruchsvollem Niveau fundierte Kenntnisse in Politik, Recht und Ökonomie der Europäischen Integration vermitteln", sagt Ursula Göth, wissenschaftliche Koordinatorin des Studiengangs am Institut für Politikwissenschaft.

Die Studierenden müssen zwar Veranstaltungen aller drei Fächer besuchen, es ist aber möglich, individuell Schwerpunkte nach den eigenen Interessen zu setzen. Der Studiengang soll für Berufe bei nationalen oder europäischen Organisationen, Verwaltungen, Gerichten oder Firmen qualifizieren. Absolventen können aber auch im diplomatischen Dienst arbeiten oder politische Ämter anstreben. Für den Postgraduierten-Studiengang "Master of European Studies" sind Studiengebühren in Höhe von 5 000 Mark vorgesehen. Es wird aber auch eine begrenzte Zahl von Stipendien zur Verfügung gestellt.

Um "Deutschlandstudien" geht es zum Wintersemester am Herder-Institut der Universität Leipzig. Der dreijährige Bachelor-Studiengang konzentriert sich auf deutsche Sprache, Literatur, Geschichte, Wirtschaft und Recht: "Der Einsatz von Multimedia, intensive Betreuung und kleine Seminargruppen sollen den Studierenden eine qualitativ hochwertige Ausbildung garantieren", sagt Christiane Gräfenhain von der Uni Leipzig. "Auch Rhetorik-Training, Exkursionen und Praktika in Wirtschafts- und Kulturinstitutionen sollen auf dem Stundenplan stehen." Hier könnten Absolventen auch ihre zukünftigen Berufsfelder finden. Wer bei den Deutschlandstudien nur "schnuppern" möchte, kann sich nach einem Jahr mit einem Zertifikat verabschieden. Erst der Bachelor-Abschluss ist berufsqualifizierend, das Zertifikat nicht.

Die Fachhochschule Nürtingen bietet zum Wintersemester einen nach eigenen Angaben bundesweit einzigartigen Studiengang an. Mit dem Lehrangebot "Ver- und Entsorgungswirtschaft" soll eine Brücke zwischen Betriebswirtschaft, Technik und Recht geschlagen werden. Die späteren Betriebswirte können später zum Beispiel Arbeitsplätze in Recycling-Unternehmen, Abfallentsorgungs- oder Energieversorgungsunternehmen finden. Während des Studiums sollen die technischen Aspekte der Ver- und Entsorgungswirtschaft mit betriebswirtschaftlichem und rechtlichem Wissen verknüpft werden.

Ebenfalls zum Wintersemester wird in Nürtingen der Bachelor-Studiengang "International Finance" starten. Er richtet sich an in- und ausländische Studierende, die ihr Berufsziel im Finanzbereich international tätiger Unternehmen sehen. Durch Projekte und Praktika sollen schon während des Studiums Kontakte zu Banken, Börsen sowie zu Industrie und Handel geknüpft werden.

An der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg (FAU) wird ab dem Wintersemester 2000 / 2001 ein neuer Diplom-Studiengang "Internationale Volkswirtschaftslehre" beginnen. Die Studenten sollen mit diesem Lehrangebot ganz gezielt auf die wachsenden Herausforderungen vorbereitet werden, die aus der Globalisierung resultieren. Schon im Grundstudium wird daher auch die fachbezogene Beschäftigung mit zwei Fremdsprachen auf dem Stundenplan stehen. Im Rahmen des Hauptstudiums sind zwei Semester an einer von 25 ausländischen Partner-Hochschulen vorgesehen. Auch das obligatorische zwölfwöchige Praktikum sollte im Ausland absolviert werden.

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