Gesundheit : Neue Vorwürfe gegen Viadrina

Sandra Dassler

Die Ermittlungen gegen leitende Mitarbeiter der Europa-Universität Viadrina sind noch immer nicht abgeschlossen. Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Ulrich Scherding, gestern dem Tagesspiegel. Wie berichtet hatte das Potsdamer Wissenschaftsministerium im Juli 2003 eine Strafanzeige gegen drei Angestellte der Viadrina, darunter Kanzler Peter Stahl, gestellt. Sie sollen Immatrikulations- und Rückmeldegebühren sowie andere Einnahmen nicht an das Land zurückgeführt, sondern auf einem gesonderten Konto angelegt und verzinst haben. Nach Scherdings Auskunft handelt es sich um eine sechsstellige Summe, von der möglicherweise auch ein kleinerer Betrag für eine Weihnachtsfeier ausgegeben worden war.

Die „Schatten-Konten“ waren bei einer Überprüfung durch das Ministerium entdeckt worden, das Veruntreuung öffentlicher Gelder vermutete. Es sei nicht hinnehmbar, sagte ein Sprecher, dass das Land die Ausgaben der Universität übernehme, die Einnahmen aber nicht umgehend in den Landeshaushalt zurückfließen würden. In die Ermittlungen hatte sich auch das brandenburgische Landeskriminalamt eingeschaltet.

Abgeschlossen sind hingegen die Ermittlungen gegen eine der drei beschuldigten Viadrina-Angestellten, die im Zusammenhang mit den möglicherweise illegalen Konten mehr als 9000 Euro zu privaten Zwecken abgehoben hatte. Die Frau war vor einem Jahr entlassen worden. Gegen sie wird wahrscheinlich gesondert Anklage erhoben.

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