Neues AOK-Vorsorgeprogramm : Baby on time

Fünf bis zehn Prozent aller schwangeren Frauen entwickeln einen Schwangerschaftsdiabetes. Ein neues Vorsorgeprogramm hilft, Frühgeburtsrisiken zu erkennen.

Christian Traupe
Das große Warten. Schwangere, die bei der AOK versichert sind, können sich bei ihrem Frauenarzt für das neue Vorsorgeprogramm „Baby on time“ anmelden.
Das große Warten. Schwangere, die bei der AOK versichert sind, können sich bei ihrem Frauenarzt für das neue Vorsorgeprogramm...Foto: imago

In Deutschland kommt fast jedes zehnte Kind zu früh zur Welt. Damit weist Deutschland im europäischen Vergleich die höchste Frühgeburtenrate auf. Zu den häufigsten Ursachen zählen Vaginalinfektionen. Aber auch der sogenannte Schwangerschaftsdiabetes sowie zu viel Stress können Auslöser sein.

Bisher gab es kein strukturiertes Vorsorgeprogramm, das diese und weitere Risiken ganzheitlich im Blick behält, um Frühgeburten zu vermeiden. Die AOK Nordost hat jetzt in Kooperation mit den Landesverbänden der Frauenärzte und Diabetologen Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ein solches Programm ins Leben gerufen.

Das neue Vorsorgeprogramm „Baby on time“ reduziert mit gezielten Risiko-Checks, zusätzlichen Früherkennungsuntersuchungen und darauf aufbauenden qualitätsgesicherten Therapien sowie einer engmaschigen Betreuung von Anfang an die Risiken für eine Frühgeburt. Schwangeren soll „Baby on time“ vor allem mehr Sicherheit geben. Sie können ihr persönliches Risiko besser einschätzen und wissen, dass sie im Bedarfsfall von einem Experten-Netzwerk umfassend und qualitativ hochwertig betreut werden.

Der Frauenarzt und der Diabetologe arbeiten eng zusammen

Mittels eines ausführlichen Fragebogens ermittelt der Frauenarzt zunächst, ob bei der werdenden Mutter Risiken für den Schwangerschaftsverlauf bestehen. Je nach Ergebnis empfiehlt er zusätzliche diagnostische Maßnahmen. So wird bei einem Risiko für Vaginalinfektionen sofort ein Vaginalabstrich gemacht.

Ein zertifiziertes Labor übernimmt die qualitätsgesicherte Befundung. Frauen ohne Risiko erhalten dieses Screening zwischen der 16. und 20. Schwangerschaftswoche. Bei auffälligem Befund wird sofort eine gezielte antibiotische Therapie eingeleitet, gefolgt von zusätzlichen Kontrolluntersuchungen.

Fünf bis zehn Prozent aller schwangeren Frauen entwickeln einen Schwangerschaftsdiabetes. Deshalb arbeiten bei „Baby on time“ der Frauenarzt und der Diabetologe eng zusammen.

Bei der Risikogruppe der Schwangeren wird sofort der Gelegenheitszucker untersucht. Wenn dieser positiv ausfällt, wird die Patientin mit einer Diabetesschulung, zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen und bei Bedarf mit einer Langzeitzuckermessung unterstützt.

Die teilnehmenden Frauen erhalten außerdem einen rund 200 Seiten umfassenden Ratgeber, der alle Fragen rund um die Schwangerschaft beantwortet. Schwangere, die bei der AOK versichert sind, können sich bei ihrem Frauenarzt für das neue Programm anmelden.
Der Autor ist Unternehmensbereichsleiter Versorgungsstrategie der AOK Nordost.

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