Gesundheit : Neues Hochschul-Dienstrecht: Juniorprofessoren ab kommendem Jahr

Bärbel Schubert

Juniorprofessoren und eine neue Professorenbesoldung sollen ab kommendem Jahr an den deutschen Hochschulen Realität werden. Die Grundlage dafür schafft das neue Hochschulrahmengesetz. Der Zeitplan der Bundesregierung für diese Reform steht jedenfalls, bekräftigte Bildungs-Staatssekretär Wolf-Michael Catenhusen (SPD) am Montag bei einer Diskussion auf Einladung der SPD-Fraktion in Berlins Abgeordnetenhaus. Die Annäherung von Bund und dem Land Berlin schien zumindest in der Wissenschaftspolitik und bei diesen Politikern einer Partei entgegen aller Unkenrufe schon ganz alltäglich.

Der Streit um das neue Hochschul-Dienstrecht schallt seit Wochen laut durch die Republik. Besonders die geplante Abschaffung der Habilitation als Zugang zum Professorenamt erhitzt die Gemüter. Das hat sich auch in einer großen Unterschriftenaktion protestierender Professoren niedergeschlagen. "Je abstrakter die Reformvorstellungen waren, desto lauter der Beifall. Je konkreter sie wurden, desto heftiger das Echo und desto größer der Wunsch, es möge alles so bleiben, wie es war", resümierte Catenhusen seine Erfahrungen.

Verboten werde die Habilitation nicht, allerdings deutlich abgewertet. Voraussetzung für die Berufung zum Professor soll demnächst "in der Regel" eine erfolgreich absolvierte Juniorprofessur sein. Anerkannt werden aber auch Forschungsleistungen in der Berufspraxis, besonders für Fachhochschulprofessoren, wie Catenhusen betonte.

Wer schon habilitiert sei, dessen Leistungen sollten keineswegs entwertet werden. Die Wissenschaftler könnten sich auf eine Übergangszeit von bis zu neun Jahren einstellen, bis nach Inkraftreten des Gesetzes eine größere Zahl von Juniorprofessoren fertig ausgebildet sei, tröstete Catenhusen. Doch viele Wünsche werden auch nach der Novellierung offen bleiben, zeigte sich in der Diskussion. Eine weitere Novelle wirft ihre Schatten schon voraus.

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