Gesundheit : Neurologie: Hirnzellen von Toten

Hirnzellen von Gestorbenen hat ein Team kalifornischer Mediziner im Labor vermehrt. Ziel ist es, die frisch gebildeten Zellen in Zukunft in die Gehirne von Parkinson- oder Alzheimer-Patienten einzupflanzen. Fred Gage vom Salk-Institut in La Jolla und Kollegen entnahmen den Leichen innerhalb von 20 Stunden nach dem Tod Hirngewebe, lösten die Zellen voneinander und versetzten sie mit verschiedenen Wachstumsfaktoren. Entscheidend für ein gutes Gedeihen der Zellen seien dabei Substanzen, die aus gentechnisch veränderten embryonalen Stammzellen von Ratten gewonnen wurden, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" (Band 411, Seite 42).

Die mit Wachstumsfaktoren behandelten menschlichen Zellen vermehrten sich rasch. Hirnzellen, die einem im Alter von elf Wochen gestorbenen Säugling entnommen worden waren, verdoppelten sich 70-mal. Zellen erwachsener Spender durchliefen etwa 30 Zellteilungszyklen, ehe Alterungsprozesse einsetzten.

Insgesamt haben die Forscher aus 23 Gewebeproben von Verstorbenen unterschiedlichen Alters lebende Hirnzellen gewonnen und in Kulturschalen vermehrt. Aus diesen Vorläuferzellen entstanden in der Zellkultur immer wieder spontan Zellen. Wenn die Kulturbedingungen in geeigneter Weise verändert wurden ließ sich dieser Differenzierungsprozess zu Nervenzellen und anderen Zelltypen des Gehirns fördern. Damit, so hoffen die Forscher, ist ein neuer Weg gefunden, abgestorbene Hirnzellen bei neurodegenerativen Erkrankungen wie beispielsweise Parkinson zu ersetzen.

Bisher wurde für solche Versuche unter anderem Gewebe aus abgetriebenen Embryonen verwendet.

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