Gesundheit : Neuropsychologie: Rechter Schlüssel zur Selbsterkenntnis

bas

Die rechte Hirnhälfte ist vielleicht der entscheidende Schlüssel zu uns selbst. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam um Julian Keenan vom Beth-Israel-Krankenhaus und der Harvard Medical School in Boston.

Die Wissenschaftler untersuchten zunächst fünf Epilepsie-Patienten vor einer Hirnoperation. Dabei wurde jeweils eine Hirnhälfte betäubt. Während dieser Betäubung präsentierten die Forscher den Patienten verschiedene "Mischgesichter": Sie bestanden aus einer berühmten Person (Männer: Bill Clinton, Albert Einstein, Frauen: Marilyn Monroe, Lady Diana) und aus dem Gesicht des Patienten selbst.

Dabei zeigte sich folgendes: War während der Betrachtung des Gesichts die rechte Hirnhemispäre anästhesiert, erinnerten sich die Patienten nach der Betäubung daran, die berühmte Person gesehen zu haben. War die linke Hemisphäre betäubt, meinten die Patienten, sie hätten sich selbst gesehen. "Das demonstriert, dass man durch Betäubung einer Hirnhälfte die Selbsterkennung geradezu an- und abschalten kann", kommentiert der Psychologe Gordon Gallup von der State University of New York in Albany das Ergebnis.

In einem zweiten Experiment bekamen zehn Testpersonen ebenfalls Mischgesichter dargeboten. Wieder gab es Kombinationen aus dem berühmten und dem eigenen Gesicht. Hinzu kamen aber Gesichter, die ein berühmtes Gesicht mit dem Gesicht eines Kollegen der Testperson mischten. Das Resultat bestätigte das Ergebnis: Die rechte Hirnhälfte hatte eine deutlich höhere Aktivität, wenn die Probanden Mischbilder mit ihrem eigenen Gesicht sahen, verglichen zu solchen mit dem Kollegen. "Das Erkennen des eigenen Gesichts hängt wiederum eng mit unserer Fähigkeit zum Selbstbewusstsein zusammen", sagt Keenan.

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